Artikel zur Linux-Distribution Fedora. Enthält Teile des früheren fedorablog.
Ehekrach wegen Fedora 9
Man glaubt es kaum: Bei keinem geringeren als Linux-Schöpfer Linus Thorvalds hängt der Haussegen schief – wegen Fedora 9. Wie er in seinem Bugreport schreibt, versuchte er seiner Frau Fedora 9 zu installieren, um Videos von Rick Astley auf Youtube betrachten zu können. Statt der gewünschten musikalischen Darbietungen bekamen sie aber nur eine hellgraue Farbfläche zu sehen. Eine Verschwörung der Programmierer gegen Rick Astley scheint ausgeschlossen, wie Linus selbst überprüfte! Der Bug hat damit oberste Priorität, denn sonst ist nicht nur Fedora bei seiner Frau durchgefallen, sondern der Oberguru selbst muss um sein Leben fürchten.
Nur Linux blieb standhaft
Der PWN-to-OWN-Wettbewerb, der im Rahmen der Sicherheitskonferenz CanSegWest stattfand, sieht einen Geldpreis (und das gehackte Notebook) für die Person vor, die es schafft, ein Notebook unter Einhaltung bestimmter Regeln zu hacken. Zur Verfügung standen drei Notebooks mit MacOS X, Windows Vista und Ubuntu, jeweils in den aktuellsten Versionen mit allen installierten Sicherheitspatches.
Wie Heise berichtet, ist neben dem Notebook mit Mac OS X nun auch das Notebook mit Windows Vista gehackt worden. Dadurch blieb am Ende des Wettbewerbs alleine das Ubuntu-Notebook ungehackt.
Inwiefern das allerdings Rückschlüsse auf die Sicherheit des Systems schließen lässt, sei erst einmal dahingestellt. Das Notebook mit Windows Vista wurde von Shane Macaulay über eine bisher nicht veröffentlichte Lücke im aktuellen Adobe Flash gehackt. Es wird sich zeigen, ob diese Lücke auch geeignet gewesen wäre, das Linux-System zu kompromittieren. Die Regeln besagen allerdings ausdrücklich, dass jeder Exploit im Rahmen des Wettbewerbs nur einmal verwendet werden darf.
System streikt nach Hardwaretausch
Für gewöhnlich ist es erstaunlich leicht, in einem Fedora-System Hardware auszutauschen. Man wechselt sie aus, startet den Rechner neu, und Fedora passt sich automatisch der neuen Hardware an. Das funktioniert sogar mit Mainboards; Treiber-CDs oder Ähnliches sind in der Regel nicht notwendig.
Einen Schwachpunkt gibt es allerdings. Dieser zeigt sich, wenn bereits zum Bootzeitpunkt spezielle Treiber benötigt werden, zum Beispiel weil die Root-Partition auf einem RAID-Laufwerk liegt. Nach dem Tausch des RAID-Controllers (bzw. des Mainboards mit einem on board-Controller) bricht der Bootvorgang dann bereits nach wenigen Sekunden mit einer Kernel Panic ab, weil das Root-Laufwerk nicht gefunden werden konnte.
Dieser Artikel beschreibt, wie man aus dieser Klemme wieder herauskommen kann. Ein wenig Übung im Umgang mit Linux muss man aber mitbringen.
Aufgeräumte Spielecke
Wenn man sich das Gnome-Menü Anwendungen anschaut, fällt der Punkt Spiele besonders auf, denn er ist ziemlich lang. Ein kleines Paketchen namens games-menus sorgt hier für Abhilfe. Mit yum install games-menus ist es schnell installiert. Die Spiele wandern im Spiele-Menü anschließend in entsprechende Unterkategorien.
Avant-Garde an der Bildschirmkante
Wer das Startleisten-Panel von Gnome zu langweilig findet, sollte unbedingt einen Blick auf den Avant Window Navigator werfen. Dieses kleine Tool setzt sich an den unteren Rand des Bildschirms und zeigt dort mit sehr viel eye candy geöffnete Fenster sowie eine Auswahl von Starter-Icons und mehr oder weniger nützlichen Applets an.

Natürlich lässt sich das Aussehen über das eingebaute Konfigurationstool vielfältig nach eigenem Gusto einstellen. Im Wiki des Projekts können außerdem weitere Themes für die perfekte Dekoration heruntergeladen werden.
Avant Window Navigator steht bereits fertig kompiliert im Fedora-Repository zur Verfügung. Die Installation erfolgt kinderleicht mit yum install avant-window-navigator awn-extras-applets. Danach kann das Programm unter Anwendungen → Zubehör → Avant Window Navigator gestartet werden. Es wird allerdings zwingend ein laufender Composite Window Manager benötigt, also Compiz oder Compiz Fusion.
Ordnung im Nautilus
Wenn man den Gnome-Desktop startet, präsentiert er sich sogleich mit verschiedenen Icons wie dem “Persönlichen Ordner”, dem “Computer” oder dem Mülleimer. Auch Wechsellaufwerke erscheinen auf dem Desktop. Seit Fedora 8 werden sogar Laufwerke angezeigt, die man als Benutzer nicht wieder aushängen kann, zum Beispiel Windows-Partitionen. Und so füllt sich der Desktop immer mehr mit Pflicht-Icons.
Diesen kann man zu Leibe rücken, wenn auch etwas versteckt. Wir brauchen dazu den Gnome-Konfigurationseditor, welcher unter Anwendungen → Systemwerkzeuge → Konfigurationseditor gestartet wird. Wenn er dort fehlt, kann er mit yum install gconf-editor nachinstalliert werden.
Im linken Baum des Konfigurationseditors öffnen wir folgenden Pfad: apps → nautilus → desktop. Auf der rechten Seite erscheinen nun fünf Häkchen mit folgender Funktion:
- computer_icon_visible: Blendet das “Computer”-Icon ein oder aus.
- home_icon_visible: Blendet den “Persönlichen Ordner” ein oder aus.
- network_icon_visible: Blendet das “Netzwerk”-Icon ein oder aus – dieses wird normalerweise nicht dargestellt.
- trash_icon_visible: Blendet die Mülltonne ein oder aus.
- volumes_visible: Blendet alle Laufwerke ein oder aus.
Leider ist es nicht möglich, bei volumes_visible zu bestimmen, welche Art von Laufwerken versteckt werden sollen. So kann man gerade die in Fedora 8 etwas störenden festen Partitionen nicht ausblenden, ohne dass auch die entfernbaren Laufwerke (wie zum Beispiel USB-Sticks) nicht mehr dargestellt werden. Zugreifen kann man auf die ausgeblendeten Laufwerke aber immer noch über das “Computer”-Icon oder über Orte → Computer.
Linux erobert den Desktop
Erfreuliche Nachrichten weiß desktoplinux.com zu berichten. Die Linux Foundation hat gerade eine Anwenderumfrage abgeschlossen. Mitgemacht haben diesmal mit fast 20000 Anwendern mehr als doppelt so viele wie letztes Jahr.
Ein überraschendes Ergebnis ist, dass Linux mittlerweile nicht mehr überwiegend auf Experten-Desktops läuft. Vor 64% der Linux-Desktops sitzen mittlerweile “normale” Anwender, die Linux als Alternative zu Windows und Mac OS benutzen. Im Privateinsatz hat Ubuntu mit 55,4% deutlich die Nase vorn, gefolgt von Debian (22,2%), openSUSE (19,5%) und Fedora (16,7%).
In Unternehmen sieht es anders aus. Bei 54,1% kommt hier Ubuntu zum Einsatz, dicht gefolgt von Red Hat (RHEL, Fedora und CentOS) mit 50,2%, sowie SUSE (SLED und openSUSE) mit 35,2%. Dass dies in der Summe mehr als 100% ergibt, liegt daran, dass in vielen Unternehmen ein Mix aus verschiedenen Distributionen verwendet wird. 74,3% der Unternehmen haben außerdem absolutes Vertrauen in Linux, um es in missionskritischem Einsatz zu verwenden. 18,3% würden Linux dies “wahrscheinlich” zutrauen.
Auch wenn die Ergebnisse insgesamt sehr positiv klingen, sollte man nicht in Euphorie verfallen. Die Umfrage fand unter Linux-Anwendern statt und ist dementsprechend voreingenommen.
Selbstgebrannt
Sei es das Urlaubsvideo, ein Video-Podcast oder ein Clip aus einem Videoportal: Manches Video möchte man gerne auf DVD brennen und sich dann auf dem Fernseher anschauen. Hier hilft DeVeDe, welches in einer einfach zu bedienenden GUI alle Schritte hin zu einem brennfertigen ISO-Image erledigt.
Zuerst wählt man den Datenträgertyp, zum Beispiel eine Video-DVD oder eine Video-CD. Als nächstes kann man dann Titel und dort einzelne Video-Dateien hinzufügen. Als Videoquelle eignet sich so ziemlich jede Datei, die der von DeVeDe im Hintergrund verwendete mplayer überhaupt abspielen kann. DeVeDe kümmert sich um die Konvertierung des Videos in ein fernsehtaugliches Format, wobei man die Bitraten, Deinterlacing, Untertitel oder die Handhabung von 16:9-Bildquellen einstellen kann. Selbst um ein automatisches Unterteilen des Films in einzelne Kapitel kümmert sich die Software. Allerdings werden alle Videovorlagen stets neu codiert, selbst solche, die bereits von sich aus für das Zielmedium geeignet gewesen wären.
Die Titel kann man ebenfalls umbenennen, und das ist auch gut so, denn DeVeDe erzeugt gleich ein einfaches Menü mit der Auflistung aller Titel vor einem selbst auswählbaren Hintergrundbild.
Wenn man mit den Einstellungen fertig ist, geht es auch schon los. Das Filmmaterial wird konvertiert, die notwendige Dateistruktur erzeugt und anschließend ein brennfertiges ISO-Image generiert, das auf den Datenträger gebrannt werden kann. Fertig ist der selbst gemachte Silberling.
DeVeDe steht mit allen benötigten Paketen im Livna-Repository zur Verfügung. Nach der Installation kann die Software unter Anwendungen > Unterhaltungsmedien > DeVeDe gestartet werden.
Linux für die Massen
Das c’t-Magazin ist der Frage nachgegangen, ob Linux massentauglich ist. Im ersten Filmbeitrag wurde dazu einem Windows-Anwender eine Linux-CD (allerdings openSUSE) zur Installation in die Hand gedrückt. Der zweite Beitrag gibt einen Überblick über die Desktops KDE und Gnome und zeigt ein paar der bekanntesten Anwendungen, die bei Linux gleich mitgeliefert werden. Dazwischen gibt es noch Füllstoff von den Moderatoren Mathias Münch und Georg Schnurer.
Meine Blogzielgruppe wird all diese Linux-Vorteile sicher schon kennen.
Vielleicht hilft der Bericht aber dem einen oder anderen Interessenten, Hemmungen gegenüber Linux abzubauen. Denn eins zeigte der Bericht deutlich: Man muss kein Computerexperte mehr sein, um ein modernes Linux beherrschen zu können.
Der Bericht und die Filmbeiträge können bei Heise als Video abgerufen werden.
Fingerfertig: Einloggen per Fingerabdruck
Passwörter sind eine wichtige, aber zugegeben auch recht lästige Sache. Das Dilemma ist, dass kurze und leicht zu merkende Passwörter unsicher sind, während man sich sicheren Buchstabensalat mit Sonderzeichendressing kaum einprägen kann. Eine Alternative sind Fingerabdrucksensoren, die man mittlerweile als Einzelgerät kaufen oder in vielen Laptops eingebaut vorfinden kann, und die den einzigartigen Fingerabdruck jedes Menschen erkennen können.
Um einen Teil der Fingerabdrucksensoren kümmert sich Thinkfinger. Der Treiber unterstützt die Sensoren von UPEK/SGS Thomson Microelectronics, wie sie in vielen USB-Geräten oder in Notebooks von Dell, Lenovo und einigen Toshiba-Modellen verbaut werden. Sony-Notebooks mit dem Chip werden dagegen nicht unterstützt. Es kommt also immer auf einen Versuch an.
Dieser Artikel beschreibt, wie man den Fingerabdruckscanner auf einem Fedora-System aktiviert.
