Gnome 3 findet Nemo

Friday, April 19, 2013 12:59:00 AM

Weiter geht es mit Gnome 3. Die Gnome-Entwickler schreckten nicht davor zurück, dem Dateimananger Nautilus eine ordentliche Feature-Diät zu verpassen. Das Ergebnis ist eigentlich nur noch ein besserer Datei-Dialog. Weggefallen sind Features wie die Baumansicht eines Verzeichnisses oder die Verfügbarkeit einer zusätzlichen Leiste (Taste F3). Für Anfänger verzichtbar sicherlich, und auch zu schwer zu bedienen für die fast schon zwanghafte Fixiertheit der Gnome-Entwickler auf Touchscreens. Für intensivere Anwender sind die Features jedoch unverzichtbar. Das Durchsuchen stark verschachtelter Verzeichnisbäume ist nun zum Beispiel nicht mehr möglich, ohne in einer Flut von Nautilus-Fenstern zu ersaufen.

Die Änderungen wurden von der Community stark kritisiert. Die Cinnamon-Entwickler veröffentlichten als Reaktion darauf den Nautilus-Fork Nemo, der die Features weiterhin enthält. Mit folgendem Dreizeiler lässt sich Nemo auch unter Gnome 3 als Standard-Dateimanager einsetzen:

sudo yum install nemo
sudo mv /usr/bin/nautilus /usr/bin/nautilus.bak
sudo ln -s /usr/bin/nemo /usr/bin/nautilus

Die Lösung ist zwar nicht sehr elegant, aber arbeitet zuverlässig. Einen weniger invasiven Eingriff beschreibt Oliver Foster in einem Bug-Eintrag, allerdings führte das bei mir während der Arbeit zu einem bunten Nebeneinander von Nautilus- und Nemo-Fenstern auf dem Bildschirm.

Wenigstens dieses Mal hatten die Gnome-Entwickler übrigens teilweise ein Einsehen und haben die Baumansicht für Gnome 3.8 wieder eingebaut. Es besteht also die Aussicht, dass der hier beschriebene Workaround in Fedora 19 nicht mehr notwendig sein wird.

Written by Shred in Fedoradono comments

Tags: Cinnamon, F18, Gnome 3, Nautilus, Nemo

Fedora 18: Google Earth installieren

Wednesday, April 17, 2013 11:57:00 PM

Willkommen zurück zu neuen Fedora-Artikeln. Nach einem Ausflug zu Linux Mint bin ich wieder zu Fedora zurückgekehrt und beginne gleich mit einem Klassiker: der Installation von Google Earth auf Fedora 18. Der guten Tradition folgend hat sich Google auch diesmal eine Raffinesse ausgedacht, um uns die Installation nicht allzu leicht zu machen. Aber dazu gleich mehr...

Fangen wir erst einmal mit der obligatorischen Installation eines ganzen Magazins an 32 bit-Paketen an, die unbedingt benötigt werden:

sudo yum install redhat-lsb.i686 gtk2.i686 mesa-libGL.i686 libSM.i686

Besitzer einer Nvidia-Grafikkarte mit proprietärem Treiber benötigen außerdem noch die 32 bit-Version ebendieses Treibers:

sudo yum install xorg-x11-drv-nvidia-libs.i686

Als nächstes können wir das rpm-Paket von Google Earth herunterladen und installieren. Das Paket möchte das Verzeichnis /usr/bin anlegen, was rpm mit einer Fehlermeldung quittiert, da das Verzeichnis natürlich schon existiert. Also brauchen wir ein wenig Gewalt...

sudo rpm -ivh --force google-earth-stable_current_x86_64.rpm

Update: Der folgende Teil ist mit der aktuellen Version von Google Earth nicht mehr notwendig.

Und das war’s schon? Nein, jetzt kommt die eingangs erwähnte Raffinesse, denn an diesem Punkt stürzt Google Earth beim Starten sofort ab. Ohne den Artikel von ioncube wäre ich nie darauf gekommen, dass die Ursache an einer veralteten Library und einem Font liegt. Folgende Zeilen lösen das Problem auf recht pragmatische, aber wirksame Weise:

sudo rm /etc/fonts/conf.d/65-fonts-persian.conf
cd /opt/google/earth/free/
sudo mv libGLU.so.1 libGLU.so.1.bak
sudo ln -s /usr/lib/libGLU.so.1

Dann endlich startet Google Earth auch auf Fedora 18. War ja gar nicht so schwer, oder? ;-)

Miniatur-Wunderland

Sunday, February 24, 2013 8:45:33 PM

Ein Muss für jeden Besucher von Hamburg ist das Miniatur-Wunderland in der Speicherstadt. Dort befindet sich die jetzt schon größte Modelleisenbahn der Welt mit einer Modellfläche von derzeit 1.300 m², aufgeteilt in mehrere Abschnitte mit verschiedenen Motiven.

Was da gezeigt wird, degradiert jede noch so große Modelleisenbahn, die mancher von uns vielleicht im Keller hat, zu ein paar Spanplatten mit Schienen drauf. Neben Zügen bewegen sich auch Autos und sogar Flugzeuge, teils sogar interaktiv. Verblüffend ist zum Beispiel ein Feuer in einem Schloss und die kleinen Feuerwehrwagen, die sofort zum Löschen anrücken. Die technische Perfektion und die Liebe selbst zu den allerkleinsten Details ist einfach nur atemberaubend.

Die folgenden Bilder zeigen einen kleinen Ausschnitt. Es gibt dort so viel zu entdecken, dass man Stunden bräuchte und selbst dann noch nicht alles gesehen hat. Der Andrang ist dementsprechend groß. Glücklich ist, wer seine Tickets vorher online reserviert hat und dann einfach an der Warteschlange vorbeigehen darf.

Aber genug der Worte...

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TomTom für Android: ein erster Eindruck

Saturday, October 6, 2012 6:28:47 PM

Relativ spät betritt nun auch TomTom die Bühne der Car Navigation für Android. Bei Google Play stehen verschiedene Versionen zur Verfügung, derzeit zum Einführungspreis. Für uns interessant ist TomTom D-A-CH für 35 Euro, TomTom Western Europe für 45 Euro und TomTom Europe für 60 Euro. Wie hoch die regulären Preise sein werden, konnte ich nicht herausfinden.

Im Preis nicht inbegriffen ist der Verkehrsservice HD Traffic und eine Radarfallen-Datenbank, diese können in der App auf Monats- oder Jahresbasis nachgekauft werden. Im Preis inbegriffen sind allerdings kostenfreie Kartenupdates für die gesamte Lebensdauer der App, so die Beschreibung bei Google Play:

FREE Lifetime Maps. Always drive with the latest map and get to your destination faster. Download 4 or more full updates every year for the life of your app.

Problematisch ist derzeit allerdings, dass die Anforderungen an die Display-Auflösung sehr restriktiv sind und sich daher nur wenige Geräte überhaupt für die Installation eignen. Später sollen aber weitere Auflösungen unterstützt werden.

Was lange währt, wird also endlich gut? Ich habe mir TomTom Western Europe für mein HTC Desire HD gekauft und mit meinem alten TomTom XL IQ Routes-Navigationsgerät aus dem Jahr 2009 verglichen. Hier ein erster Eindruck.

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Tags: App, Navigation, TomTom

Zimtmuffin: Cinnamon auf F16 installieren

Tuesday, March 27, 2012 1:19:23 AM

Cinnamon? Was ist denn das jetzt wieder?

Das Gnome-Team hat mit Gnome 3 primär Tablet-PCs im Blick, mit dem Ziel, die Oberfläche so weit wie möglich zu vereinfachen und für eine Bedienung mit den Fingern zu optimieren. Allerdings sorgen sie damit für Unmut bei vielen Anwendern, die Gnome auf dem Desktop-Rechner einsetzen und für die die Tablet-Optimierungen eher hinderlich sind, zum Beispiel für lange Mauswege sorgen.

Die Community von Linux Mint hat sich der Anwender, die sich von Gnome 3 nicht mehr angesprochen fühlen, angenommen. Mit Cinnamon und Muffin haben sie einen Gnome 3-Fork gestartet, der wieder die Usability auf den Desktop zurückbringen soll - “Love your Linux, Feel at Home, Get things Done!”, so ihr Credo.

Es gibt deshalb Gemeinsamkeiten, aber auch schon einige deutliche Unterschiede zwischen den beiden Systemen.

Written by Shred in Fedoradono comments

Tags: Cinnamon, F16, Gnome 3

Nautilus: Wegwerfen wie früher

Monday, March 19, 2012 11:56:22 PM

Unter Gnome 2 war es in Nautilus recht einfach, eine Datei in den Müll zu verschieben: ein Druck auf die “Entf”-Taste reichte aus. Das Verhalten hat sich in Gnome 3 leicht verändert. Um ein versehentliches Löschen zu vermeiden, muss nun zusätzlich die Strg-Taste gedrückt werden.

Wer sich an das alte Verhalten gewöhnt hat, kann es mit ein paar Handgriffen wiederherstellen. Im dconf-editor (es muss eventuell vorher installiert werden) öffnet man dazu erst einmal den Pfad org - gnome - desktop - interface und aktiviert dort die Option can-change-accels.

Als nächstes wählt man im Nautilus eine Datei aus (eine nicht ganz so wichtige, falls etwas schief geht). Mit der Maus öffnet man dann das Bearbeiten-Menü und fährt auf den Menüpunkt In den Müll verschieben. Der Mauszeiger bleibt einfach auf dem Menüpunkt stehen, er wird nicht angeklickt. Nun drückt man die Entf-Taste, um die alte Zuordnung aufzulösen, und ein weiteres Mal die Entf-Taste, um sie als neues Shortcut zu setzen:

Und das war es schon. Von nun an kann wieder mit der Entf-Taste die ausgewählte Datei in den Müll verschoben werden. Sicherheitshalber sollte im dconf-editor die Option can-change-accels wieder abgeschaltet werden, um ein versehentliches Umkonfigurieren zu vermeiden.

Japan: Zum Jahrestag des Tōhoku-Erdbebens

Sunday, March 11, 2012 6:46:23 AM

Die Natur- und Nuklearkatastrophe in Japan, das Tōhoku-Erdbeben, jährt sich heute. Vieles wurde seitdem repariert. Durch die Presse ging schon früh ein Bild von einer durch einen Erdrutsch zerstörten Straße, die keine vier Wochen später wieder aufgebaut war. Die Menschen in den Tsunamigebieten sind aber noch immer weit weg von einem Leben, das man als halbwegs normal bezeichnen könnte. Und die Katastrophe in Fukushima wird sogar ganze Generationen beschäftigen.

Im Andenken an den 11. März 2011 habe ich ein paar weitere Fotos unserer Japanreise aus dem Jahr 2010 online gestellt.

がんばれ日本。

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Cilla-Quelltext veröffentlicht

Monday, February 27, 2012 12:48:22 AM

Es ist geschafft! Nach fast drei Jahren Entwicklungszeit habe ich den Quelltext von Cilla online gestellt. Cilla ist die Blog-Software, mit der die shredzone betrieben wird.

Am 3. Juni 2009 begann ich mit den Arbeiten an einer neuen Blog-Software. Sie sollte meine alte, in PHP entwickelte Homepage ersetzen. Ich entschloss mich, selbst einen Blog in Java zu programmieren, weil es kaum freie Java-Blog-Software gab und keine davon meinen Vorstellungen entsprach. Dass daraus ein so umfangreiches Projekt wurde, hatte ich allerdings nicht erwartet. Alleine der Kern umfasst 27.000 Zeilen Programmcode in 295 Java-Klassen.

Nun ist der Kern von Cilla auf meiner Entwickler-Site shredzone.org verfügbar. Der Quelltext selbst liegt auf GitHub. Was noch fehlt, ist eine Dokumentation, ein paar Plugin-Module und ein einfaches Beispiel-Web-Frontend. Auch diese werden noch im Laufe der nächsten Zeit veröffentlicht.

Written by Shredno comments

Tags: Cilla, Github

hibernate3-maven-plugin fails with Java 1.7

Tuesday, January 24, 2012 12:05:32 AM

If you’re using Maven’s hibernate3-maven-plugin for creating a DDL file from your entities, you might encounter the following error when using Java 1.7:

Execution default of goal org.codehaus.mojo:hibernate3-maven-plugin:2.2:hbm2ddl failed:
An AnnotationConfiguration instance is required 

The reason seems to be a broken JRE detection in the Mojo code, which mistakenly assumes that Java 1.7 does not support annotations. However, I haven’t checked that in depth.

The fix is pretty easy. In the plugin configuration of the hibernate3-maven-plugin, add an implementation property to the componentProperties like this:

<plugin>
  <groupId>org.codehaus.mojo</groupId>
  <artifactId>hibernate3-maven-plugin</artifactId>
  <version>2.2</version>
  <configuration>
    <componentProperties>
      <implementation>annotationconfiguration</implementation>
    </componentProperties>
  </configuration>
</plugin>

This enforces the use of an AnnotationConfiguration instance.

Written by Shred in Java1 comment

Tags: English, Hibernate, Java 1.7, Maven

Pimp my Gnome, Teil 6: MGSE auf Fedora 16 installieren

Wednesday, November 16, 2011 1:07:11 AM

Update: Die MGSE-Plugins wurden mittlerweile eingestellt, da Gnome 3 nicht genügend Erweiterungsmöglichkeiten bietet. Stattdessen hat das Linux Mint-Team den Gnome 3-Fork Cinnamon ins Leben gerufen.

Das aktuelle Fedora 16 bringt uns Gnome 3.2, aber damit auch Kummer, denn die Extensions-API wurde geändert, wodurch viele der Extensions aus dem ersten Teil nicht mehr funktionieren.

Vor ein paar Tagen stolperte ich dann über eine nette Überraschung. Die Entwickler der Distribution Linux Mint bieten in ihrer kommenden Release einen ganzen Satz selbstgebauter Extensions für Gnome 3.2 an, die Mint Gnome Shell Extensions. Und die können sich sehen lassen! Neben den bekannten Erweiterungen zum Entfernen des Barrierefreiheits-Menüs und Hinzufügen eines Menüpunkts zum Hinunterfahren des Rechners bieten weitere Extensions am unteren Bildschirmrand ein Panel mit einem schönen Startmenü, einer Fensterleiste und einem Workspace-Wechsler.

Die MGSE gibt es zwar nicht als fertiges Paket für Fedora, man kann sie aber mit wenigen Handgriffen selbst installieren. Dazu wird zunächst einmal git installiert: sudo yum install git

Folgende Kommandos laden dann den Quelltext für MGSE herunter und installieren ihn im System:

git clone https://github.com/linuxmint/MGSE.git
cd MGSE
./test

Nach einem Neustart der Gnome Shell mit Alt-F2 und r können dann die einzelnen Erweiterungen von MGSE im gnome-tweak-tool unter “Shell-Erweiterungen” aktiviert werden. Je nach Geschmack kann außerdem noch über das Tweak Tool der Dateimanager auf dem Desktop aktiviert werden, wie es in Linux Mint 12 voreingestellt ist.

Written by Shred in Fedorado6 comments

Tags: F16, Gnome 3, Linux Mint, MGSE