Designlektüre
Als Web-Entwickler mit technischem Hintergrund weiß man mit HTML und CSS umzugehen. Man beherrscht die Werkzeuge, um eine Website zusammenzubauen, im Schlaf. Und trotzdem kann das Ergebnis unbefriedigend sein. Die Farben harmonieren irgendwie nicht so recht, das Layout wirkt wie zusammengewürfelt, die Schriftart hat man schon tausendmal gesehen, und die Seite ist überhaupt zu textlastig. Kurzum: Der ganze Auftritt wirkt strunzlangweilig, vollgefrachtet, kunterbunt oder einfach unprofessionell. Was dann fehlt, ist ein gutes Webdesign. Und das kann man lernen!
The Principles of Beautiful Web Design schließt genau diese Lücke. Jason Beaird geht in einem leicht verständlichen und angenehm zu lesenden Englisch auf die Themen Layout, Farbgestaltung, Textur, Typografie und Bebilderung ein. Dabei richtet er sich auch an Menschen ohne Designausbildung, die von Farbmodellen, Texturen oder Typografie noch nie etwas gehört haben.
Als Praxisbeispiel dient das Redesign einer Coupon-Website. Man erlebt Schritt für Schritt, wie professionelle Designer in Zusammenarbeit mit dem Kunden einen neuen Webauftritt erstellen, und erhält so einen kleinen Einblick hinter die Kulissen einer Webagentur.
Alleine schon die etlichen Links, die das Buch mitbringt, sind das Geld wert. Neben vielen inspirierenden Beispielen sind dies auch alle möglichen Resourcen und Online-Werkzeuge, die beim Erstellen des eigenen Webdesigns helfen. Das Spektrum reicht dabei von kostenlosen Quellen bis hin zu professionellen Anbietern, die hochwertige Materialien für einen kommerziellen Webauftritt bereitstellen.
Nach dem Lesen des Buches wird man zwar nicht über Nacht zu einem begnadeten Webdesigner, aber man weiß dann, was ein gutes und ein schlechtes Design ausmacht, und hat das Wissen, um sein Auge zu schulen, schwächen am eigenen Design zu entdecken und neue Projekte von Anfang an strukturiert anzugehen.
Das Buch richtet sich hauptsächlich an Webentwickler, die den technischen Aspekt der Website-Erstellung bereits beherrschen und nun auch den künstlerischen Aspekt erlernen möchten. Auf die Themen HTML, CSS und JavaScript wird nur sehr knapp eingegangen. Glücklicherweise, möchte ich sagen, denn das technische Fachwissen wird in unzähligen anderen Büchern bereits ausreichend abgedeckt und veraltet früher oder später. Beim Design dagegen mögen Moden kommen und gehen, die vermittelten Grundprinzipien gelten aber bereits seit Jahrhunderten.
The Principles of Beautiful Web Design ist bei SitePoint erschienen. Auf deren Website kann es auch als PDF- und Ebook-Fassung gekauft werden. Eine deutsche Übersetzung bietet der Dpunkt Verlag unter dem Titel “Gelungenes Webdesign: Die Prinzipien der Webseitengestaltung” an.
Mir persönlich gab das Buch einige Hilfe und Inspiration, um Fehler im Design der shredzone zu erkennen und zu beheben. Das neue Layout, das auf dessen Basis entstand, ist viel aufgeräumter und übersichtlicher.
Bildquelle: SitePoint-Verlag (mit freundlicher Genehmigung)
