Mausparameter verstellen, Gnome 3 Style

Thursday, April 25, 2013 12:38:45 AM


Da fehlt doch was!

Ist es ein Bug, oder ist es ein Feature des für Gnome-Entwickler typischen Aufräumwahns? Ich weiß es nicht. Aber ich war erstaunt, als ich in Gnome 3.6 die Mausbeschleunigung verstellen wollte und mich dort ein fast leerer Dialog angähnte.

Die Mausparameter können über das mittlerweile zum wohl wichtigsten (und wenig komfortablen) Gnome-Konfigurationstool dconf-editor eingestellt werden. Falls noch nicht geschehen, wird es über

sudo yum install dconf-editor

installiert. Nach dem Start klicken wir uns durch den Pfad org - gnome - settings-daemon - peripherals - mouse durch. Dort kann die Mausbeschleunigung über die Paramerer motion-acceleration (Standardwert “-1.0”) und motion-treshold (Standardwert -1) eingestellt werden.

Um die Mausbeschleunigung ganz auszuschalten, wird motion-acceleration auf 0 gestellt.

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Tags: Gnome 3, dconf

Gnome 3 findet Nemo

Friday, April 19, 2013 12:59:00 AM

Weiter geht es mit Gnome 3. Die Gnome-Entwickler schreckten nicht davor zurück, dem Dateimananger Nautilus eine ordentliche Feature-Diät zu verpassen. Das Ergebnis ist eigentlich nur noch ein besserer Datei-Dialog. Weggefallen sind Features wie die Baumansicht eines Verzeichnisses oder die Verfügbarkeit einer zusätzlichen Leiste (Taste F3). Für Anfänger verzichtbar sicherlich, und auch zu schwer zu bedienen für die fast schon zwanghafte Fixiertheit der Gnome-Entwickler auf Touchscreens. Für intensivere Anwender sind die Features jedoch unverzichtbar. Das Durchsuchen stark verschachtelter Verzeichnisbäume ist nun zum Beispiel nicht mehr möglich, ohne in einer Flut von Nautilus-Fenstern zu ersaufen.

Die Änderungen wurden von der Community stark kritisiert. Die Cinnamon-Entwickler veröffentlichten als Reaktion darauf den Nautilus-Fork Nemo, der die Features weiterhin enthält. Mit folgendem Dreizeiler lässt sich Nemo auch unter Gnome 3 als Standard-Dateimanager einsetzen:

sudo yum install nemo
sudo mv /usr/bin/nautilus /usr/bin/nautilus.bak
sudo ln -s /usr/bin/nemo /usr/bin/nautilus

Die Lösung ist zwar nicht sehr elegant, aber arbeitet zuverlässig. Einen weniger invasiven Eingriff beschreibt Oliver Foster in einem Bug-Eintrag, allerdings führte das bei mir während der Arbeit zu einem bunten Nebeneinander von Nautilus- und Nemo-Fenstern auf dem Bildschirm.

Wenigstens dieses Mal hatten die Gnome-Entwickler übrigens teilweise ein Einsehen und haben die Baumansicht für Gnome 3.8 wieder eingebaut. Es besteht also die Aussicht, dass der hier beschriebene Workaround in Fedora 19 nicht mehr notwendig sein wird.

Zimtmuffin: Cinnamon auf F16 installieren

Tuesday, March 27, 2012 1:19:23 AM

Cinnamon? Was ist denn das jetzt wieder?

Das Gnome-Team hat mit Gnome 3 primär Tablet-PCs im Blick, mit dem Ziel, die Oberfläche so weit wie möglich zu vereinfachen und für eine Bedienung mit den Fingern zu optimieren. Allerdings sorgen sie damit für Unmut bei vielen Anwendern, die Gnome auf dem Desktop-Rechner einsetzen und für die die Tablet-Optimierungen eher hinderlich sind, zum Beispiel für lange Mauswege sorgen.

Die Community von Linux Mint hat sich der Anwender, die sich von Gnome 3 nicht mehr angesprochen fühlen, angenommen. Mit Cinnamon und Muffin haben sie einen Gnome 3-Fork gestartet, der wieder die Usability auf den Desktop zurückbringen soll - “Love your Linux, Feel at Home, Get things Done!”, so ihr Credo.

Es gibt deshalb Gemeinsamkeiten, aber auch schon einige deutliche Unterschiede zwischen den beiden Systemen.

Written by Shred in Fedoradono comments

Tags: Cinnamon, F16, Gnome 3

Nautilus: Wegwerfen wie früher

Monday, March 19, 2012 11:56:22 PM

Unter Gnome 2 war es in Nautilus recht einfach, eine Datei in den Müll zu verschieben: ein Druck auf die “Entf”-Taste reichte aus. Das Verhalten hat sich in Gnome 3 leicht verändert. Um ein versehentliches Löschen zu vermeiden, muss nun zusätzlich die Strg-Taste gedrückt werden.

Wer sich an das alte Verhalten gewöhnt hat, kann es mit ein paar Handgriffen wiederherstellen. Im dconf-editor (es muss eventuell vorher installiert werden) öffnet man dazu erst einmal den Pfad org - gnome - desktop - interface und aktiviert dort die Option can-change-accels.

Als nächstes wählt man im Nautilus eine Datei aus (eine nicht ganz so wichtige, falls etwas schief geht). Mit der Maus öffnet man dann das Bearbeiten-Menü und fährt auf den Menüpunkt In den Müll verschieben. Der Mauszeiger bleibt einfach auf dem Menüpunkt stehen, er wird nicht angeklickt. Nun drückt man die Entf-Taste, um die alte Zuordnung aufzulösen, und ein weiteres Mal die Entf-Taste, um sie als neues Shortcut zu setzen:

Und das war es schon. Von nun an kann wieder mit der Entf-Taste die ausgewählte Datei in den Müll verschoben werden. Sicherheitshalber sollte im dconf-editor die Option can-change-accels wieder abgeschaltet werden, um ein versehentliches Umkonfigurieren zu vermeiden.

Pimp my Gnome, Teil 6: MGSE auf Fedora 16 installieren

Wednesday, November 16, 2011 1:07:11 AM

Update: Die MGSE-Plugins wurden mittlerweile eingestellt, da Gnome 3 nicht genügend Erweiterungsmöglichkeiten bietet. Stattdessen hat das Linux Mint-Team den Gnome 3-Fork Cinnamon ins Leben gerufen.

Das aktuelle Fedora 16 bringt uns Gnome 3.2, aber damit auch Kummer, denn die Extensions-API wurde geändert, wodurch viele der Extensions aus dem ersten Teil nicht mehr funktionieren.

Vor ein paar Tagen stolperte ich dann über eine nette Überraschung. Die Entwickler der Distribution Linux Mint bieten in ihrer kommenden Release einen ganzen Satz selbstgebauter Extensions für Gnome 3.2 an, die Mint Gnome Shell Extensions. Und die können sich sehen lassen! Neben den bekannten Erweiterungen zum Entfernen des Barrierefreiheits-Menüs und Hinzufügen eines Menüpunkts zum Hinunterfahren des Rechners bieten weitere Extensions am unteren Bildschirmrand ein Panel mit einem schönen Startmenü, einer Fensterleiste und einem Workspace-Wechsler.

Die MGSE gibt es zwar nicht als fertiges Paket für Fedora, man kann sie aber mit wenigen Handgriffen selbst installieren. Dazu wird zunächst einmal git installiert: sudo yum install git

Folgende Kommandos laden dann den Quelltext für MGSE herunter und installieren ihn im System:

git clone https://github.com/linuxmint/MGSE.git
cd MGSE
./test

Nach einem Neustart der Gnome Shell mit Alt-F2 und r können dann die einzelnen Erweiterungen von MGSE im gnome-tweak-tool unter “Shell-Erweiterungen” aktiviert werden. Je nach Geschmack kann außerdem noch über das Tweak Tool der Dateimanager auf dem Desktop aktiviert werden, wie es in Linux Mint 12 voreingestellt ist.

Written by Shred in Fedorado6 comments

Tags: F16, Gnome 3, Linux Mint, MGSE

Zwei Stunden mit Fedora 16

Thursday, November 10, 2011 12:55:07 AM

Fedora 16 ist draußen, und von vielen schönen Erwartungen getrieben, führte ich sogleich ein Upgrade per USB-Stick auf meinem ThinkPad X100e aus. Das Upgrade dauerte gut eine Stunde. Dann der erste Reboot, und...

...nichts! Auf der Festplatte ist immer noch der alte Bootloader installiert, welcher natürlich den Fedora 15-Kernel nicht mehr finden kann. Dass das schief gehen würde, ahnte ich bereits beim Upgrade, denn es wurde nur angeboten, den Bootloader in den MBR des USB-Sticks oder irgendwo auf sda1 zu installieren. Keine Option bot den MBR der Festplatte an.

Naja, Rescue-Modus gestartet, Grub neu installiert, reboot, System startet endlich, braucht allerdings noch eine kleine Ewigkeit, um die neuen SELinux-Regeln im Dateisystem anzuwenden.

Plymouth und der Login-Screen sehen nun um einiges schöner aus, finde ich. Bei Gnome 3.2 fehlen allerdings sämtliche Extensions, welche ich so mühevoll installiert hatte.

Über das gnome-tweak-tool lassen sich ein Teil der Extensions aktivieren. Bei einem Neustart stürzt Gnome allerdings ab, schwafelt nur eine nichtssagende Fehlermeldung und bietet an, die installierten Extensions einzeln abzuschalten. Wenn ich alle ausschalte und Gnome neu starte, geht die Shell wenigstens wieder.

Die nächsten 30 Minuten verbringe ich damit, die Extensions wieder ans Laufen zu kriegen. Um es vorwegzunehmen: ohne Erfolg. Ein paar Extensions funktionieren, die meisten zeigen jedoch gar keine Funktion, und bei einer gewissen Kombination dieser stürzt dann Gnome wieder ab. Es war mir nicht möglich, herauszufinden, welche Extensions letztendlich für den Absturz verantwortlich sind.

Nach etwas Recherche finde ich bei fedoraforum.org einen Hinweis, wie man die Extensions wieder ans Laufen kriegt. Aber auch der hilft nicht. Die installierten Pakete waren bereits die Richtigen, die Versionen in den .json-Dateien passend.

Irgendwann verliere ich dann die Geduld, und stelle mir die Frage, ob die Gnome-Entwickler die Extensions mit Absicht sabotiert haben, weil sie ihr schönes, pures, unbenutzbares Grunddesign verschandeln? Wie auch immer... Ich lege Fedora 16 erst mal auf Eis, in der Hoffnung, dass irgendwann funktionsfähige Extension-Pakete angeboten werden.

Langsam finde ich es bedauerlich, dass Unity nicht auch für Fedora verfügbar ist...

Written by Shred in Fedorado10 comments

Tags: F16, Gnome 3

Pimp my Gnome, Teil 5: Schneller zum Ziel

Thursday, June 30, 2011 7:11:45 PM

Gnome 3 lässt sich um einiges schneller und komfortabler bedienen, wenn man die richtigen Abkürzungen kennt.

Eine ausführliche Liste hat das Gnome-Team in seinem Gnome Shell Cheat Sheet zusammengestellt. In diesem Artikel gibt es eine Auswahl der wichtigsten Kürzel.

Pimp my Gnome, Teil 4: Zwei Bildschirme und Wetter-Update

Tuesday, June 28, 2011 10:44:31 PM

Ich hatte nun die Gelegenheit, Gnome 3 an einem System mit zwei Bildschirmen zu verwenden. Grundsätzlich funktioniert es, aber das Verhalten war dennoch überraschend. Wenn man nach dem Thema im Internet sucht, findet man außerdem Hinweise darauf, dass bei zwei Bildschirmen mit unterschiedlichen Auflösungen oder bei mehr als zwei Bildschirmen die Bedienung problematisch sein kann.

Seit den letzten Artikeln hat sich außerdem bei den Extensions etwas getan.

Pimp my Gnome, Teil 3: Bugs und Workarounds

Monday, June 13, 2011 8:35:43 PM

Gnome 3 ist noch recht jung und hat hier und da noch ein paar Ecken und Kanten, die hoffentlich bald geradegeschliffen sind. Bis dahin müssen wir uns mit so genannten Workarounds behelfen.

Der Übergang zwischen Bug und Feature ist bekanntermaßen fließend, so dass manches von dem Folgenden vielleicht besser in den Teil 2 gepasst hätte. Wie auch immer, packen wir’s an...

Pimp my Gnome, Teil 2: Geschmacksfragen

Thursday, June 9, 2011 6:32:46 PM

Das Design von Gnome 3 ist wohldurchdacht. Einstellmöglichkeiten sind kaum vorgesehen, man möchte den Anwender nicht durch zu viele Einstellschrauben verwirren. So attraktiv ein einheitlicher “Desktop von der Stange” auf unerfahrene Anwender wirken mag, so abschreckender wirkt er auf Anwender, die entsprechendes Wissen haben und sich ihre Arbeitsoberfläche maßschneidern möchten.

Mit ein paar Kniffen kann man aber trotzdem Anpassungen vornehmen. Dieser Artikel beschreibt ein paar davon.