Google Earth und Fedora 13
Und wieder einmal beschäftige ich mich mit meinem Lieblingsthema, der Installation von Google Earth auf einem Fedora-System.
Mit der Version 5.2 bringt Google zwar ein paar nette neue Features, die Installation ist auf einem aktuellen Linux aber weiterhin nicht ohne ein paar zusätzliche Handgriffe erledigt.
In diesem Artikel beschreibe ich, wie man Google Earth unter Fedora 13 vernünftig ans Laufen kriegt.
Vorbereitung und Installation
Das 64 bit-Zeitalter scheint bei Google noch nicht angebrochen zu sein, denn nach wie vor ist nur eine 32 bit-Version des virtuellen Globus verfügbar. Bei einer Installation auf einem 64 bit-System müssen als erstes eine ganze Armee an 32 bit-Paketen installiert werden:
yum install libxml2.i686 mesa-libGL.i686 gtk2.i686 libSM.i686
Wenn der proprietäre Nvidia-Treiber verwendet wird, kommen außerdem die 32 bit-Pakete des Treibers mit dazu:
yum install kmod-nvidia akmod-nvidia xorg-x11-drv-nvidia-libs xorg-x11-drv-nvidia-libs.i686
Die Installation von Google Earth selbst ist einfach: Man lädt sich das Installationspaket von der Website herunter, setzt die Ausführungsrechte (chmod 755 GoogleEarthLinux.bin), ruft die Datei anschließend als Root auf und klickt sich durch das Installationstool.
Starten kann man Google Earth nach erfolgreicher Installation aber noch nicht. Denn erst einmal möchte SELinux noch überzeugt werden, dass die Software nichts Böses vor hat. Das geht mit folgenden zwei Zeilen:
semanage fcontext -a -t textrel_shlib_t /opt/google-earth restorecon -R /opt/google-earth
Danach kann Google Earth schon mal gestartet werden.
Feinschliff
Es gibt aber noch zwei Probleme, die wir in den Griff bekommen müssen: die hässliche Schrift und die falsche Positionierung von Markierungen.
Die grauenhafte Schrift liegt darin begründet, dass Google Earth das Vorhandensein von Microsoft-Fonts erwartet, und mangels dieser auf die nächstbeste Alternative ausweicht. Die früher im Fedorablog beschriebene Möglichkeit, die Qt-Libraries zu ersetzen, führt auf direktem Weg zu einem Absturz. Durch einen -fn-Parameter lässt sich aber beim Start ein anderer Font mitgegeben. Das sieht zwar immer noch nicht so richtig ansehnlich aus, aber ist schon mal ein deutlicher Fortschritt.
Zweites Problem: Suchergebnisse konzentrieren sich immer auf wenige Punkte. Problem ist hier, dass im deutschen Sprachraum andere Dezimaltrennzeichen benutzt werden als im Englischen. Das Setzen der Env-Variablen LC_NUMERIC auf en_US.UTF-8 bringt in diesem Fall die gewünschte Abhilfe.
Damit beide Workarounds bei jedem Start eingebunden werden, schieben wir erst einmal das originale Startscript beiseite:
mv /opt/google-earth/googleearth /opt/google-earth/googleearth-starter
Anschließend legen wir unter dem Namen /opt/google-earth/googleearth ein eigenes Script an:
#!/bin/bash export LC_NUMERIC=en_US.UTF-8 /opt/google-earth/googleearth-starter \ -fn '*-*-medium-r-normal--12-120-75-75-p-o-iso8859-15' \ "$@"
Dem Script verpassen wir mit chmod 755 /opt/google-earth/googleearth die notwendigen Ausführungsrechte.
Danach funktioniert Googles Erdkugel endlich ordentlich unter Fedora 13. Lassen wir uns überraschen, was es für Probleme bei Fedora 14 zu lösen gilt... 
PS: Die Version 5.2.1-1329 von Google Earth ist fehlerhaft und stürzt beim Start sofort ab. Das Problem hat Google mit der Version 5.2.1-1547 gelöst, die mittlerweile zum Download bereitsteht.
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