Zwei Stunden mit Fedora 16

Thursday, November 10, 2011 12:55:07 AM

Fedora 16 ist draußen, und von vielen schönen Erwartungen getrieben, führte ich sogleich ein Upgrade per USB-Stick auf meinem ThinkPad X100e aus. Das Upgrade dauerte gut eine Stunde. Dann der erste Reboot, und...

...nichts! Auf der Festplatte ist immer noch der alte Bootloader installiert, welcher natürlich den Fedora 15-Kernel nicht mehr finden kann. Dass das schief gehen würde, ahnte ich bereits beim Upgrade, denn es wurde nur angeboten, den Bootloader in den MBR des USB-Sticks oder irgendwo auf sda1 zu installieren. Keine Option bot den MBR der Festplatte an.

Naja, Rescue-Modus gestartet, Grub neu installiert, reboot, System startet endlich, braucht allerdings noch eine kleine Ewigkeit, um die neuen SELinux-Regeln im Dateisystem anzuwenden.

Plymouth und der Login-Screen sehen nun um einiges schöner aus, finde ich. Bei Gnome 3.2 fehlen allerdings sämtliche Extensions, welche ich so mühevoll installiert hatte.

Über das gnome-tweak-tool lassen sich ein Teil der Extensions aktivieren. Bei einem Neustart stürzt Gnome allerdings ab, schwafelt nur eine nichtssagende Fehlermeldung und bietet an, die installierten Extensions einzeln abzuschalten. Wenn ich alle ausschalte und Gnome neu starte, geht die Shell wenigstens wieder.

Die nächsten 30 Minuten verbringe ich damit, die Extensions wieder ans Laufen zu kriegen. Um es vorwegzunehmen: ohne Erfolg. Ein paar Extensions funktionieren, die meisten zeigen jedoch gar keine Funktion, und bei einer gewissen Kombination dieser stürzt dann Gnome wieder ab. Es war mir nicht möglich, herauszufinden, welche Extensions letztendlich für den Absturz verantwortlich sind.

Nach etwas Recherche finde ich bei fedoraforum.org einen Hinweis, wie man die Extensions wieder ans Laufen kriegt. Aber auch der hilft nicht. Die installierten Pakete waren bereits die Richtigen, die Versionen in den .json-Dateien passend.

Irgendwann verliere ich dann die Geduld, und stelle mir die Frage, ob die Gnome-Entwickler die Extensions mit Absicht sabotiert haben, weil sie ihr schönes, pures, unbenutzbares Grunddesign verschandeln? Wie auch immer... Ich lege Fedora 16 erst mal auf Eis, in der Hoffnung, dass irgendwann funktionsfähige Extension-Pakete angeboten werden.

Langsam finde ich es bedauerlich, dass Unity nicht auch für Fedora verfügbar ist...

Written by Shred in Fedorado10 comments

Tags: F16, Gnome 3

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Comments

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Warum so abwertend - seit wann funktionieren alle neuen updates bei allen sofort ?
Ich hatte zB keine Probleme mit dem preupgrade auf Fedora 16 - weder bei GRUB noch bei den extensions ...
Und zu Unity sag ich besser nichts - denn das wurde imo in letzter zeit nur verschlimmbessert ...

just my 2 cents

appelblim Nov 10, 2011 9:30:29 AM
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Das der Bootloader nicht installiert wurde, ist ärgerlich, aber kein echtes Problem. Ich kann mich noch gut an Fedora-Releases erinnern, die in der Beziehung deutlich katastrophaler waren. ;-)

Dass bei dir die Extensions auf Anhieb funktionieren, ist eine gute Nachricht. Dann ist das Problem wenigstens mit den verfügbaren Mitteln lösbar. Jetzt muss ich nur noch herausfinden, wie... Allerdings habe ich eigentlich keine Zeit für stundenlange Fehlersuche.

Ich muss zugeben: Bei Gnome 3 liegen bei mir langsam die Nerven blank. Ich habe immer das Gefühl, ich arbeite GEGEN den Desktop statt MIT ihm.

Shred Nov 10, 2011 10:01:03 AM
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Gnome ist seit 3.0 tot. Das müsste doch nun langsam jeder gemerkt haben. Wer Gnome mochte und seinen Desktop benutzen will kann ja xfce nehmen. Ich habe zwar auch noch Gnome 3 installiert, aber nur um ab und an mal wieder eine Sitzung damit zu starten. Benutzen kann ich es nicht mehr.

Gruss,
Pit

Pit Schnass Nov 10, 2011 2:51:12 PM
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@Pit ein lächerlicher comment der jeglicher interessanter fakten entbehrt ... Aber danke, dass du alle informiert hast, dass du GNOME nicht mehr benutzt.

Das entscheidende an GNOME ist die 'moderne' Herangehensweise an ein Bedienungskonzept - GNOME 2 kann halt nicht für immer aktuell bleiben - und das war es auch lange zeit nicht mehr. Wenn ich mir Win7 anschaue oder meinetwegen auch das MacOS - das Bedienkonzept ist einfach ein besseres und angenehmeres, einfache Aufgaben sind nun etwas angenehmer lösbar. Dass man dabei abschläge machen muss bei komplexeren aufgaben mit denen sich der durchschnittsuser
kaum befasst ist denk ich mal zu verkraften.
Klar braucht GNOME 3 noch zeit - klar gibt es viele Mängel - aber man kann nicht immer mit diesem alten 'Stein' GNOME 2 leben - auch wenn der stabil und ausgereift war.

appelblim Nov 10, 2011 3:23:59 PM
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@appelblim: Es geht mir nicht um ein "ich will mein altes Gnome 2" zurück. Gnome 3 ist aufgeräumter und es lässt sich gut damit arbeiten, wenn man ein paar Gewohnheiten ändert.

Allerdings vermisse ich bei Gnome 3 Usability-Tests. Teilweise wird Bedienbarkeit einfach dem guten Design geopfert. Einfaches Beispiel: Wechsele mal auf einen anderen Workspace, und das nur mit der Maus. Das geht in die linke obere Ecke, dann an die rechte Seite, dann auf den Bildschirm, dann mitten rein aufs Fenster. So etwas dauert viel zu lange, und das ausgerechnet bei Gnome 3, welches mangels Taskleiste einen Schwerpunkt auf Workspace-orientiertes Arbeiten legt. Gnome 2: Klick mit der Maus auf das Workspace-Symbol, oder (dank Compiz) per edge flipping einfach mit einem Wisch direkt auf den Workspace.

Mit der Extension, die auch einen Hotspot in die rechte obere Ecke legt, spart man sich schon mal etwas Weg. Dadurch wird es erträglich. Noch besser wäre aber ein zuschaltbares edge flipping für Gnome 3. Wer so eine Extension schreibt, wäre mein Held! :-)

Shred Nov 10, 2011 5:02:59 PM
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Ja - Extensions sind toll - und in nächster zeit werden einige neue kommen. Aber sowas geht nunmal nicht von heute auf morgen - genauso hat sich ja GNOME2 eben auch entwickelt. Es ist imo einfach nur falsch und sinnlos ein neues Framework mit einem komplett neuen konzept runterzumachen.
Usability ist so 'ne sache - ich tippe zB fast nur und benutze die maus aüßerst selten - für mich (und ich nehme mal an auch andere "power"-user) ist das mit dem klicken völlig uninteressant - und wenn du dir darum gedanken machst, dass du vielleicht ein mal mehr den bildschirm mit dem pointer überqueren musst - dann wäre es eventuell sinnvoll auf tastatur umzusteigen.
Ich denke auch, dass die meisten die GNOME (oder auch unity) so stark kritisieren sich einfach noch nicht dran gewöhnt haben.

Die sache mit dem design ist auch eher schwierig zu sehen - damit sich freie Systeme (ala GNOME / Unity / XFCE / etc.) gegenüber anderen behaupten können müssen sie nunmal auch ein ansprechendes und aktuelles design mitbringen. Ich denke, dass das vor allem wichtig ist weil moderne Linux-Distributionen sich auch auf dem Desktopmarkt mehr User wünschen. Und diese wollen sowas selbstverständlich haben.

appelblim Nov 10, 2011 5:39:07 PM
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Ich gebe dir insofern Recht, dass Gnome 3 eben noch in der Entwicklung ist. Allerdings haben die Fedora-Entwickler entschieden, dass Gnome 3 ausgereift genug für alle ist - sonst hätten sie Gnome 2 zumindest noch als Spin angeboten.

Es ist IMHO keine Umgewöhnungssache, sondern ein Usability-Problem, wenn ich teils die Maus bevorzuge, Gnome das aber nicht hinreichend unterstützt. Manchmal habe ich halt gerade die Maus in der Hand, und ein Wechsel zur Tastatur (zum Workspace-Wechsel) und dann zurück zur Maus kostet unnötig Zeit und unterbricht den Arbeitsfluss.

Gegen das Design sage ich nichts. Gnome 3 ist wirklich ansehnlich, deutlich ansehnlicher als Gnome 2, finde ich.

Shred Nov 10, 2011 5:48:21 PM
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Nunja Fedora will nunmal 'bleeding edge' sein. Da muss man denk ich mal ein paar abstriche machen was den umfang angeht.

appelblim Nov 10, 2011 5:51:05 PM
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@appelblim Tja, es mag ja neu sein und schick und weiß der Geier... aber benutzen kann ich es nicht. Da will ich auch nichts runtermachen. Da kann man nichts runtermachen, es ist schlicht kaputt.. broken... total hinüber.

Pit Schnass Nov 10, 2011 8:32:51 PM
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Ich persönliche finde Gnome 3 auch richtig gut gelungen. Leider ist F16 ziemlich instabil, was allerdings auch an Gnome 3.2 liegen kann. Mit jedem Update funktioniert etwas anderes nicht. Es sieht fast so aus als ob man mit Debian testing genau so gut bedient ist wie mit dem aktuellen Fedora.

zimbi Nov 21, 2011 10:02:27 PM
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