Fedora 15: Audio über das Netzwerk
Was hatte ich mich geärgert, als Fedora auf PulseAudio umstieg und dann monatelang eigentlich nichts mehr so richtig lief. Zum Glück sind die Probleme ausgestanden, und jetzt ist es an der Zeit, auch einmal einen Vorteil von PulseAudio zu genießen: dessen Netzwerkfähigkeit. Ich habe Fedora auf einem kleinen HTPC installiert, der an der Stereoanlage angeschlossen ist. Diesen möchte ich verwenden, um vom PC aus Musik auch mal auf den großen Lautsprechern zu hören statt auf den PC-Brüllwürfeln.
Mit PulseAudio geht das verblüffend einfach, wie dieser Artikel zeigt.
Zunächst einmal werden auf beiden Rechnern folgende Pakete installiert:
sudo yum install paprefs pulseaudio-module-zeroconf
Auf dem Client (das ist der PC, der die Musik abspielt) wird nun paprefs gestartet und das Häkchen unter “PulseAudio Netzwerk-Audio-Geräte im lokalen Netzwerk auffindbar machen” gesetzt.

Auf Serverseite (der HTPC an der Anlage) wird darüber hinaus im Reiter “Netzwerk-Server” die Option “Netzwerkzugriff auf lokale Audio-Geräte erlauben” und die darunter liegende Option “Lokale Audio-Geräte im LAN auffindbar machen” aktiviert. Wenn der Rechner nur im sicheren Heimnetz erreichbar ist, kann außerdem die Option “Authentifizierung nicht erforderlich” aktiviert werden.

Zu guter Letzt müssen auf dem Server noch zwei Ports der Firewall geöffnet werden, und zwar Port 4713 (TCP) für PulseAudio und Port 5353 (TCP und UDP) für mDNS. Das geht zum Beispiel über das Tool system-config-firewall, welches normalerweise vorinstalliert ist. Dort wählt man den Bereich “Andere Ports” und fügt dort die entsprechenden Ports hinzu.

Es kann eine Weile dauern, bis der Server sich im Netzwerk bekannt gemacht hat, aber dann kann auf dem Client unter den Klangeinstellungen das neue Ausgabegerät ausgewählt werden:

Von jetzt an erfolgt die Wiedergabe über den Server. Besonders überraschend fand ich, dass bei Videos der Ton sogar lippensynchron war, obwohl er über das Netzwerk geht.
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