NRW-Piraten holen 1,6%
Bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen schafften die Piraten laut offiziellem Endergebnis 1,6%.
Das Ergebnis liegt nur knapp unter dem Ergebnis der Bundestagswahl 2009, wo die Piraten in NRW 1,7% (und bundesweit sogar 2%) schafften. Wenn man sich das Ergebnis schön reden möchte, findet man gute Argumente. So wurde die Piratenpartei bei der Bundestagswahl noch von einer Euphoriewelle getragen, die bei dieser Wahl ausfiel. Den Menschen war es möglicherweise auch wichtiger, Rüttgers und die schwarz-gelbe Bundesregierung abzuwatschen. Das Presseecho zu den Piraten war diesmal auch wesentlich leiser als bei der Bundestagswahl.
Bei dieser Wahl mussten die Piraten ihre Wähler also mit mehr Eigenanstrengung motivieren. Das eher maue Ergebnis zeigt, dass hier noch Optimierungspotenzial besteht, um den Wähler auf der Straße zu erreichen. Die Piratenkommunikation scheint sich immer noch zu sehr auf die virtuellen Bierzelte Twitter und IRC zu verlagern. Ein etwas blamabler Beleg dafür ist, dass selbst um 8 Uhr noch kein offizielles Wahlergebnis auf den Webseiten der Bundes- wie Landespiraten zu lesen war.
Eines ist allerdings wirklich positiv am Ergebnis der Piraten: die Position als stärkste Kleinpartei wurde erfolgreich verteidigt. Die Piraten können sich also auch bei der nächsten NRW-Landtagswahl auf eine bessere Position weiter oben auf dem Wahlzettel freuen.
Und wer möchte, kann auch eine späte Genugtuung dafür empfinden, dass die SPD die Stimmen derjenigen Wähler, die sie letztes Jahr mit der Zustimmung zum Zugangserschwerungsgesetz vertrieben hatte, jetzt so notwendig gebraucht hätte.
Domainvergabe in Staatshände? (Update)
Nach einem Bericht des ZDNet möchte Innenminister de Maizière, dass der Staat die Kontrolle über die Domainvergabe im Internet erhält.
Es ginge um das Vertrauen der Bürger, dass Dienste wie Online-Banking und E-Mails tatsächlich sicher seien. Hier ignoriert de Maizière die Realität. Für eine sichere Kommunikation ist die Domain eher nebensächlich — wer wüsste schon, ob www.sparkasse-banking.de einer Sparkasse oder Betrügern gehörte?
Wichtiger ist ein anderer Mechanismus: Sensible Kommunikationsdaten, wie sie beim Online-Banking, Shopping oder bei der Abfrage von E-Mails anfallen, werden verschlüsselt übertragen. Dies geschieht zum Beispiel per https, was der Bürger ganz leicht an einem entsprechenden Schloss-Symbol an seinem Browser erkennen kann. Ein Klick auf dieses Schloss verrät, wer der Eigentümer des Schlüssels ist, mit wem also kommuniziert wird. So genannte Zertifizierungsstellen stellen dafür durch aufwändige Tests die Authentizität des Schlüsselinhabers sicher.
Und das alles funktioniert schon seit Jahren zuverlässig, auch wenn Herr de Maizière dies für ein Phänomen halten mag. Es ist übrigens interessant, dass ausgerechnet die CDU, die sonst alles privatisiert, was sich nicht schnell genug rettet, hier von einer Verstaatlichtung redet.
Ist es wirklich so schlimm, dass die Domainverwaltung in Händen eines privaten Unternehmens liegt? Im Gegenteil: Ich meine, es ist sogar absolut notwendig für eine funktionierende Demokratie, dass dies so ist! So hat sich der Staat aus gutem Grund auch aus der Presse und dem Fernsehen herauszuhalten, um eine freie, kritische und unparteiische Berichterstattung zu gewährleisten.
Ähnlich ist es bei der Verwaltung von Domainadressen. Der Staat hat nicht darüber zu entscheiden, wer eine Domain erhalten darf, und zu welchen Bedingungen. China geht hier wieder einmal als trauriges Beispiel für eine staatlich kontrollierte Domainvergabe voran. Dort dürfen Domains nur noch von zugelassenen Unternehmen oder staatlich anerkannten Organisationen beantragt werden. Der Staat hat so die Möglichkeit, unliebsame Inhalte schnell aus dem Internet verschwinden zu lassen oder gar nicht erst dort hineinzulassen. Hinhalten darf für diese Regulierungswut übrigens ein bei Politikern hier wie dort offenbar sehr beliebtes Scheinargument: der Kampf gegen Pornografie.
Der Vorstoß de Maizières lässt sich lediglich als ein erneuter plumper Versuch werten, in der Öffentlichkeit Stimmung für eine staatliche Kontrolle des Internets zu machen. Es scheint tatsächlich ein dringendes Anliegen zu sein, wenn zum Beispiel die EU 300.000 Euro locker macht, um die öffentliche Meinung für Websperren zu begeistern.
Update: Mittlerweile folgte ein Dementi. Ich lasse den Artikel trotzdem so stehen. Dann brauche ich ihn später nicht noch einmal neu schreiben. 
Captchas sind wieder da
Der Kommentarbereich ist jetzt durch Captchas geschützt. Bis auf Weiteres gehen eure Kommentare wieder unmoderiert online. Ich hoffe, das bleibt für eine Weile so, bis das alte Katz- und Mausspiel mit den Spammern beginnt.
Bild Nummer 37
Das Wochenende verbrachte ich mit dem Sortieren der Fotonegative, die sich als Relikt aus meiner Analogfilmära seit 1996 angesammelt hatten. Dabei fiel mir auf, dass im Labor Negativstreifen aneinander geklebt werden, vermutlich damit sie als ein langer Film durch die Maschine gezogen werden können. Nach dem Entwickeln werden die Negative dann in kurze Abschnitte aufgeteilt und eingetütet. Das Filmende wird jedoch nicht am Klebestreifen durchtrennt, sondern kurz davor. Man findet in seiner Negativtasche also stets noch ein paar Millimeter vom benachbarten Filmstreifen.
An sich ist das kein Thema, wenn da nicht manche Kameras wären, die auf einen 36-er Film noch ein 37. Bild quetschen. Meistens geht das gut, und man findet dann tatsächlich 37 Abzüge in der Fototasche. Manchmal wird der Film aber auch am Bild 37 jäh mit dem nächsten Film verklebt, und schon wandern ein paar Millimeter jenes Bildes in die Negativtasche eines Fremden.
Das hier sind die Bilder, die ich auf diese Weise gefunden habe:

Ein großer Teil des Bildes wird vom Klebestreifen verborgen. Wenn man den Kleber rückstandslos entfernen könnte, könnte man sogar noch deutlich mehr sehen.
Willkommen zur neuen Shredzone
Vor 10 Jahren war es soweit: Die shredzone.de ging online! Heute bin ich stolz darauf, dass ich es rechtzeitig zum Jubiläum geschafft habe, mein neues Blog online zu stellen.
Die Blog-Software nennt sich Cilla und ist eine Eigenentwicklung, in die jetzt schon einige lange Abende an Arbeit geflossen sind. Einige Dinge, die ich geplant habe, habe ich nicht mehr rechtzeitig fertig bekommen. Deshalb trägt die Shredzone momentan das (mittlerweile für’s Web 2.0 schon fast obligatorische) Beta-Batch.
Den Quelltext von Cilla werde ich auf meiner Entwicklungs-Site freigeben, sobald ich nicht mehr allzu viel darin umstelle.
Der Inhalt meiner alten Homepage — insbesondere die Fotogalerie — wird nach und nach auf meinen neuen Auftritt umziehen. Bis dahin steht die alte Site noch unter old.shredzone.net zur Verfügung.
Viel Spaß auf der neuen Shredzone!
PS: Bis das Captcha-System fertiggestellt ist, werde ich alle neuen Kommentare erst einmal moderieren. Bitte habt ein wenig Geduld, bis euer Kommentar freigegeben wird.
PPS: Die Website sieht auf dem Internet Explorer 6 furchtbar aus. Ich halte es da wie Google: Es wird höchste Zeit, dieses furchtbare Relikt aus der Jahrtausendwende endlich zu begraben.
Google Chrome für Fedora 12
Google hat seinen Webbrowser Chrome jetzt auch für Linux freigegeben. Und da Google ein eigenes yum-Repository zur Verfügung stellt, ist es relativ einfach, den Browser zu installieren und im Rahmen der yum-Updates aktuell zu halten.
Aber ohne Schweiß keinen Preis, also ran an die Tastatur und flugs das yum-Repository eingerichtet. Erst einmal werden wir den Signaturschlüssel von Google importieren:
rpm --import https://dl-ssl.google.com/linux/linux_signing_key.pub
Als nächstes machen wir yum mit dem Repository bekannt, indem wir die Datei /etc/yum.repos.d/google.repo anlegen und folgenden Inhalt hineinschreiben:
[google]
name=Google – i386
baseurl=http://dl.google.com/linux/rpm/stable/i386
enabled=1
gpgcheck=1
gpgkey=https://dl-ssl.google.com/linux/linux_signing_key.pub
Bei 64-bit-Systemen kommt noch folgender Block hinzu:
[google64]
name=Google – x86_64
baseurl=http://dl.google.com/linux/rpm/stable/x86_64
enabled=1
gpgcheck=1
gpgkey=https://dl-ssl.google.com/linux/linux_signing_key.pub
Mit
yum install google-chrome-beta
installieren wir jetzt Googles schnellen Browser, und fertig ist die Laube.
Viel Spaß beim Testen!
Fedora 12: Eclipse zickt
Und gleich noch eine kurze Notiz hinterher: Die Entwicklungsumgebung Eclipse mag das GTK 2.18, das bei Fedora 12 verwendet wird, nicht. Der OK-Button in Dialogen oder der Weiter-Button in Wizards lässt sich von der Maus nicht mehr anklicken, sondern nur noch per Tastatur-Shortcut bedienen. Der Fehler ist mittlerweile bekannt. Anscheinend verwendet SWT das GTK nicht sauber.
Die Eclipse-Entwickler arbeiten an einer Lösung. Ein Workaround für die Zwischenzeit ist, Eclipse (und möglichst nur Eclipse!) mit folgender Env-Variablen zu starten:
export GDK_NATIVE_WINDOWS=true
Nvidia-Treiber für Fedora 12
Für alle, die sich fragen, wo bei rpmfusion der Nvidia-Treiber für Fedora 12 geblieben ist: Er ist unter updates-testing:
yum --enablerepo=rpmfusion-nonfree-updates-testing install kmod-nvidia
Allerdings müssen nach der Installation noch ein paar manuelle Schritte ausgeführt werden.
Piraten schaffen 2%!
Jetzt ist es (halbwegs) offiziell: Die Piratenpartei hat bei der Bundestagswahl 2,0% der Stimmen erhalten. Insgesamt 845.904 Deutsche haben den Änderhaken gesetzt.
Die Erwartungen mancher Piraten war recht hoch, und dementsprechend gab es lange Gesichter wegen dem “schlechten” Ergebnis. Aber ist es wirklich so schlecht? Für den Einzug in den Bundestag hat es zwar nicht gereicht, aber...
- es gibt Wahlkostenhilfe, und zwar nicht gerade wenig. Gut für die Öffentlichkeitsarbeit der Partei, die sich bisher alleine aus Spendengeldern finanzierte.
- bei der nächsten Bundestagswahl stehen die Piraten recht weit oben auf dem Wahlzettel, nämlich gleich hinter den Grünen, und nicht mehr irgendwo weit unten auf der zweiten Seite.
- das Ergebnis gab es trotz Mini-Wahlprogramm, das sich nur auf die Piraten-Kernthemen bezog.
- es fehlten auch die Stimmen aus Sachsen, wo die Piraten dieses mal noch nicht gewählt werden konnten.
- mit diesem Achtungserfolg steht die Piratenpartei nun endgültig auf dem Radar der Medien.
- das Ergebnis ist besser als das der ersten Bundestagswahl der Grünen, welche 1980 “nur” 1,5% schafften, bevor sie 1983 in den Bundestag einzogen.
- taktische Wähler, die den Piraten bei dieser Wahl noch keine Chance einräumten, könnten es bei der nächsten Wahl bereits tun.
- ein Teil der potenziellen Piratenwähler war dieses Jahr noch unter 18 und deshalb nicht wahlberechtigt.
Alles in allem ist sind es vielleicht nicht die erhofften 5%, aber dennoch ein beachtlicher Erfolg. Ich meine, die Piraten haben allen Grund, dieses Ergebnis zu feiern!
An dieser Stelle möchte ich ein herzliches Dankeschön an die ARD aussprechen, weil sie beim Tagesschau-Wahlmonitor den Piraten einen eigenen Balken eingerichtet haben!
Fedora? Bitte hier entlang...
Wie heißt es so schön: Immer wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine neue.
Auf dem Fedorablog habe ich gestern das letzte Posting geschrieben. Die Site werde ich voraussichtlich Ende September schließen. Amerikanische Firmen müssen ihre Marke verteidigen, sonst verlieren sie sie. Die Erfahrung durfte ich 1998 schon mit der Firma Palm machen, und jetzt halt wieder. Wobei Red Hat sich da wesentlich community-freundlicher benimmt! Allerdings ist der Vertrag in amerikanischem Legalese geschrieben, und verlangt auch die dort üblichen Markenzeichen-Symbole (wie “Fedora®”). Im Endeffekt also viel Aufwand, nur um in Lizenz eine Domain benutzen zu dürfen. Wozu?
Ich sehe den Umzug in meinen privaten Blog eher als einen Neuanfang... Den Nachrichtenumfang vom Fedorablog werde ich (schon aus Zeitgründen) nicht beibehalten, also nicht die Release jeder Alpha-, Beta oder Final ankündigen oder es melden, wenn yum mal wieder klemmt.
Andererseits: Das Fedorablog repräsentierte die Community, weshalb ich meine persönliche Meinung weitgehend in den Hintergrund gestellt hatte. In meinem persönlichen Blog brauche ich auf solche Sachen nicht mehr zu achten. Auch nicht schlecht...
Wie geht es jetzt weiter? Ich werde die Artikel im Fedorablog sichten. Vieles davon ist mittlerweile obsolet (zum Beispiel, dass Fedora 7 veröffentlicht wurde) und kann an sich weg. Andere Artikel werde ich in das Fedora Wiki stellen oder hier in das Blog übernehmen. Die ganzen Arbeiten werde ich im Oktober erst beginnen können, also bitte ein wenig Geduld. 
Neue Artikel zum Thema Fedora (und weiteren Linux-Distributionen) wird es unter der Kategorie “Fedorado” geben. (Danke an Jan Ehrhardt für diese geniale Idee.)
Und zu der “Primer”-Kategorie aus dem Fedorablog, die bei dem Setup eines neu installierten System hilfreich ist, lasse ich mir auch noch etwas einfallen.
PS: Die momentan zugegeben etwas aufdringliche Werbung für die Piratenpartei wird sich nach der Bundestagswahl auch noch etwas reduzieren. 
