Google Earth 6 im 64-bit-Scheinpaket

Monday, January 24, 2011 1:31:54 AM

Unglaublich, aber wahr: Google bietet Google Earth mittlerweile auch als rpm-Pakete für Fedora an, wenn auch derzeit nur auf der englischsprachigen Website.

Die Überraschung war für mich außerdem groß, dass endlich eine überfällige Version für 64-bit-Systeme angeboten wird. Wie ich kurz darauf feststellen durfte, trügt der Schein allerdings, denn es müssen weiterhin erst einmal ein ganzer Batzen an 32-bit-Paketen von Hand vorinstalliert werden, bevor Google Earth zum Start zu bewegen ist. Von einer echten 64-bit-Fassung kann also keine Rede sein.

Gehen wir wieder einmal die obligatorische Installationsprozedur durch. Das folgende Paket muss in jedem Fall auf allen Systemen installiert werden:

yum install redhat-lsb.i686

Auf 64-bit-Systemen installiert man dann noch die oben versprochenen 32-bit-Pakete mit folgendem Kommando dazu:

yum install gtk2.i686 mesa-libGL.i686 libSM.i686

Und wenn auf einem 64-bit-System der proprietäre Nvidia-Treiber installiert ist, muss außerdem noch folgendes Paket nachgeschoben werden:

yum install xorg-x11-drv-nvidia-libs.i686

Jetzt kann endlich das Google Earth-rpm heruntergeladen werden. Je nach Wunsch in der 32-bit- oder 64-bit-Fassung, eigentlich ist es wegen der 32-bit-Abhängigkeiten sowieso egal. Installiert wird es mit:

yum localinstall google-earth-stable_current_*.rpm

Normalerweise würde yum localinstall selbst die notwendigen Abhängigkeiten installieren, aber Google hat es leider versäumt, die entsprechenden Informationen im rpm-Paket abzulegen.

Zu guter Letzt habe ich noch zwei gute Nachrichten und eine schlechte Nachricht.

Die guten zuerst. Das Google-Paket kümmert sich selbst um SELinux, so dass hier schon mal keine weitere Handarbeit notwendig ist. Außerdem sieht die Benutzeroberfläche endlich gut aus, und auch Koordinaten werden korrekt lokalisiert. Das selbstgebaute Script aus den früheren Installationsanleitungen ist also jetzt nicht mehr notwendig.

Die schlechte Nachricht: Google Earth stürzt jedes mal beim Beenden ab (zumindest bei allen meinen Tests) und erzeugt dann eine neue Protokolldatei in .googleearth/crashlogs. Aber das lässt sich sicherlich verkraften.

Mit Dank an Ruffneck für den Hinweis auf die Google Earth-rpm-Pakete.