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Pimp my Gnome, Teil 1: Extensions
Man kann es nicht schönreden: Ein standardmäßig installiertes Gnome 3 hat in etwa den Coolness-Faktor einer Waschmaschine und den Bedienkomfort eines Plattenspielers. Nachdem sich der erste Schock gelegt hat, wird es nun Zeit zu schauen, wie sich zumindest die gröbsten Unzulänglichkeiten beseitigen lassen. Dieser Mehrteiler mit offenem Ende nennt sich “Pimp my Gnome” und wird die Tricks dokumentieren, die ich auf dem Weg zu meinem erhofften Gnome 3-Glück finden werde.
Den Anfang machen die Gnome Extensions. Und die sind tatsächlich ziemlich cool.
Ein persönlicher Blick auf Gnome 3
“Mache die Dinge so einfach wie möglich, aber nicht einfacher.” - Albert Einstein
Mit Fedora 15 “Lovelock” geht ein Generationenwechsel des Gnome-Desktop einher. Das neue Gnome 3 wurde komplett überarbeitet, von Ballast befreit und in seiner Bedienung vereinfacht. Ich habe am Wochenende einen Praxistest gemacht. Dieser Text beschreibt meine persönliche Meinung zu Gnome 3 nach diesem Wochenende.
Fedora 15 vorerst ohne RPM fusion [Update]
Seit Dienstag ist Fedora 15 verfügbar. Eine Wolke trübt jedoch die Freude über “Lovelock”: RPM fusion hat den Sprung auf die neue Release bisher noch nicht geschafft.
Auf der Homepage wird Fedora 15 noch gar nicht erwähnt. Der Versuch, der Installationsanleitung zu folgen, endet mit der Fehlermeldung, dass zwei Zertifikatdateien nicht gefunden werden konnten. Und auch im Downloadbereich ist noch kein Verzeichnis für Fedora 15 vorgesehen.
Um das Problem erst einmal zu umgehen, kann man stattdessen die RPM fusion-Konfiguration für Rawhide durchführen. Alternativ stellt ein Blogeintrag von Xenode Systems die benötigten Zertifikatdateien zur Verfügung. Wie Xenode_Blogger an diese Dateien kam, konnte ich nicht herausfinden, daher ist ein wenig Vorsicht bei dieser Lösung vielleicht angebracht.
Besitzer von Nvidia-Grafikkarten können anschließend mit yum install akmod_nvidia ein Paket installieren, das den Nivida-Treiber für den aktuellen Kernel automatisch generiert. So umgeht man das Problem, dass in RPM fusion momentan kein Nvidia-Treiber für den Kernel von Fedora 15 verfügbar ist.
Doch was ist los bei RPM fusion? Anfragen in den Mailinglisten bleiben unbeantwortet. In Fedora-eigenen Mailinglisten wird nur auf RPM fusion weiterverwiesen, auch dort scheint man nichts Genaueres zu wissen, aber auch wenig Interesse zu zeigen.
Ich persönlich betrachte das Problem mit großer Sorge. RPM fusion ist wohl das wichtigste 3rd-Party-Repository für Fedora. Es stellt propriertäre Treiber, mp3-Codecs, VirtualBox und vieles mehr zur Verfügung, was Fedora selbst aus Lizenzgründen nicht bereitstellen kann. Sollte es für diese Verzögerung keine technischen, sondern personelle Gründe geben, sollten die Fedora-Entwickler schon aus Eigeninteresse für rasche Hilfe sorgen. Denn bricht RPM fusion weg, ist abzusehen, dass ein Großteil der Fedora-Anwender zu Ubuntu abwandern wird.
Update: Mittlerweile steht das Repository zur Verfügung. Wer die Rawhide-Pakete für RPM fusion installiert hatte, braucht nichts weiter zu tun als sein System zu updaten. Eine Antwort von den Entwicklern, was der Grund für die Verzögerung war, steht noch aus.
Android-Debugging unter Fedora
Eine schöne Sache an der Android-Plattform ist, dass man auch unter Linux Apps entwickeln kann. Java und die Entwicklungsumgebung Eclipse steht als fertiges Paket zur Verfügung, und bei Google können die Entwicklertools kostenlos heruntergeladen werden.
Das Testen erfolgt entweder über einen Emulator, oder man geht gleich ans Eingemachte und testet seine Anwendung auf echter Hardware. Bevor das möglich ist, muss Fedora das Smartphone bekannt gemacht werden. Dazu wird mit Root-Rechten die Datei /etc/udev/rules.d/51-android.rules angelegt und mit folgendem Inhalt versehen:
SUBSYSTEM=="usb",SYSFS{idVendor}=="0bb4",SYMLINK+="android_adb",MODE="0666"
Unter idVendor wird die jeweilige Hersteller-ID des Smartphone-Herstellers eingetragen. Eine Tabelle der Vendor IDs gibt es ebenfalls bei Google. Wenn mehrere Smartphones verschiedener Hersteller zum Einsatz kommen, können entsprechend weitere Zeilen ergänzt werden.
Als nächstes muss auf dem Android-Phone das USB-Debugging aktiviert werden. Den Menüpunkt findet man unter Einstellungen → Anwendungen → Entwicklung → USB-Debugging aktivieren.
Wenn man nun seinen Androiden per USB anstöpselt und in dem Android-SDK das Kommando
platform-tools/adb devices
aufruft, sollte das Smartphone aufgelistet werden. Es steht dann als Zielplattform für die Entwicklung zur Verfügung.
LibreOffice braucht Starthilfe
Der nach den Querelen mit Oracle entstandene Open Office-Fork LibreOffice erfreut sich einer weiter zunehmenden Beliebtheit. Dass es ab Fedora 15 das vorinstallierte Office-Paket sein wird, gilt als sicher. Auch Ubuntu hat sich für LibreOffice entschieden, Canonical hat außerdem einen Entwickler für das Projekt abgestellt.
Um die Stiftung nun auch finanziell auf eigene Beine zu stellen, sammelt die OpenOffice.org Deutschland e.V. Spendengelder. Bevorzugt soll die Stiftung in Deutschland eingetragen werden, da sie so “die größtmögliche Stabilität garantiert - nicht nur für Anwender, sondern auch für Entwickler, Firmen und Behörden.” Das deutsche Recht verlangt allerdings einen Kapitalstock von mindestens 50.000 Euro. Dieser soll bis zum 21. März eingesammelt sein. Ein hohes Ziel, von dem die Foundation allerdings mittlerweile “nur” noch knapp 5.000 Euro entfernt ist.
Die OpenOffice.org Deutschland e.V. ist nach eigener Aussage ein gemeinnütziger Verein, so dass alle Spenden in Deutschland steuerlich geltend gemacht werden können.
Fedorablog-Artikel sind zurück
Soeben habe ich die wichtigsten Artikel aus dem früheren Fedorablog freigegeben. Sie sind (zusammen mit mittlerweile ein paar neuen Artikeln) unter der Kategorie Fedorado zu finden.
Der Fedorablog war ein von mir betriebener Blog, der sich auf Fedora-Linux spezialisiert hatte und auf fast vier Jahre Laufzeit zurückblicken konnte. Vor etwa anderthalb Jahren habe ich den Blog dann offline gestellt. Seitdem waren die Artikel nicht mehr verfügbar.
Eigentlich hatte ich geplant, sie schnellstmöglich in meinen privaten Blog, der shredzone, umzuziehen, aber die Arbeiten an der eigenen Blogsoftware dauerten dann doch wesentlich länger als erwartet. Wie auch immer: jetzt sind sie wieder da! 
Ich habe nicht alle Artikel aus dem alten Blog übernommen. Weggefallen sind im Wesentlichen veraltete Artikel, die inhaltlich mittlerweile keine Relevanz mehr haben (zum Beispiel waren das Ankündigungen zu früheren Fedora-Releases).
Viel Spaß beim Stöbern! Ich freue mich schon, jetzt auch wieder mehr über Fedora schreiben zu können, wenn auch nicht mehr in dem Umfang wie im früheren Fedorablog.
Google Earth 6 im 64-bit-Scheinpaket
Unglaublich, aber wahr: Google bietet Google Earth mittlerweile auch als rpm-Pakete für Fedora an, wenn auch derzeit nur auf der englischsprachigen Website.
Die Überraschung war für mich außerdem groß, dass endlich eine überfällige Version für 64-bit-Systeme angeboten wird. Wie ich kurz darauf feststellen durfte, trügt der Schein allerdings, denn es müssen weiterhin erst einmal ein ganzer Batzen an 32-bit-Paketen von Hand vorinstalliert werden, bevor Google Earth zum Start zu bewegen ist. Von einer echten 64-bit-Fassung kann also keine Rede sein.
Gehen wir wieder einmal die obligatorische Installationsprozedur durch. Das folgende Paket muss in jedem Fall auf allen Systemen installiert werden:
yum install redhat-lsb.i686
Auf 64-bit-Systemen installiert man dann noch die oben versprochenen 32-bit-Pakete mit folgendem Kommando dazu:
yum install gtk2.i686 mesa-libGL.i686 libSM.i686
Und wenn auf einem 64-bit-System der proprietäre Nvidia-Treiber installiert ist, muss außerdem noch folgendes Paket nachgeschoben werden:
yum install xorg-x11-drv-nvidia-libs.i686
Jetzt kann endlich das Google Earth-rpm heruntergeladen werden. Je nach Wunsch in der 32-bit- oder 64-bit-Fassung, eigentlich ist es wegen der 32-bit-Abhängigkeiten sowieso egal. Installiert wird es mit:
yum localinstall google-earth-stable_current_*.rpm
Normalerweise würde yum localinstall selbst die notwendigen Abhängigkeiten installieren, aber Google hat es leider versäumt, die entsprechenden Informationen im rpm-Paket abzulegen.
Zu guter Letzt habe ich noch zwei gute Nachrichten und eine schlechte Nachricht.
Die guten zuerst. Das Google-Paket kümmert sich selbst um SELinux, so dass hier schon mal keine weitere Handarbeit notwendig ist. Außerdem sieht die Benutzeroberfläche endlich gut aus, und auch Koordinaten werden korrekt lokalisiert. Das selbstgebaute Script aus den früheren Installationsanleitungen ist also jetzt nicht mehr notwendig.
Die schlechte Nachricht: Google Earth stürzt jedes mal beim Beenden ab (zumindest bei allen meinen Tests) und erzeugt dann eine neue Protokolldatei in .googleearth/crashlogs. Aber das lässt sich sicherlich verkraften.
Mit Dank an Ruffneck für den Hinweis auf die Google Earth-rpm-Pakete.
Gnome-Screensaver auswechseln
Es gibt zwei Sachen, die mich am Gnome-Screensaver wirklich stören.
Die eine ist, dass es keine Möglichkeit gibt, die einzelnen Bildschirmschoner zu konfigurieren. Der Gnome-Screensaver-Entwickler William Jon McCann verkauft das tatsächlich als Feature. Er hat für sich (und den Rest der Welt) entschieden, dass Bildschirmschoner, die eine Konfiguration benötigen, von Natur aus kaputt seien.
Die andere ist, dass der mitgelieferte Diashow-Bildschirmschoner für heutige Verhältnisse einfach nur gähnend langweilig ist.
Zum Glück lässt sich der Gnome-Bildschirmschoner relativ schmerzlos gegen den klassischen XScreensaver auswechseln:
yum remove 'gnome-screensaver*' yum install xscreensaver
Anschließend muss man sich einmal von Gnome abmelden, um den Gnome-Screensaver zu beenden und den XScreensaver zu starten.
Danach findet man an gewohnter Stelle ein komfortables Konfigurationstool, das kaum einen Wunsch offen lassen dürfte. Und mit GLSlideshow gibt es auch einen Diashow-Bildschirmschoner, der dank Zoom-Effekt die Fotos interessanter in Szene setzt.
Google Earth 6 und Fedora
Google hat Google Earth in Version 6 veröffentlicht, welches einige Verbesserungen in der Street View- und 3D-Ansicht bietet, aber leider auch eine kleine Verschlimmerung bei der Linux-Installation.
Als ob die Installation unter Fedora nicht schon kompliziert genug wäre, benötigt die Version 6 zusätzlich das Aufspielen eines weiteren Pakets:
yum install redhat-lsb.i686
Danach muss erst einmal wie bereits beschrieben der Installer unter Fedora 14 lauffähig gemacht werden, bevor die eigentliche Installation durchgeführt werden kann.
Lenovo ThinkPad X100e und Fedora 14
Nachdem die Installation von Fedora 13 auf dem Lenovo ThinkPad X100e nicht gerade besonders glatt lief, war ich sehr gespannt, wie sich Fedora 14 alias Laughlin auf dem System macht und welche Probleme zwischenzeitlich behoben wurden.
Schon beim ersten Start gab es eine positive Überraschung. Waren bei Fedora 13 noch Kernel-Optionen notwendig, um das System zu starten, fährt es nun bei Fedora 14 ohne Murren mit Plymouth hoch. Probleme gab es bei Fedora 13 außerdem mit der Steuerung der Hintergrundbeleuchtung und mit der Audioschnittstelle. Laughlin konnte auch hier punkten. Die Helligkeit lässt sich regeln, und endlich verstummen auch die eingebauten Lautsprecher, wenn man einen Kopfhörer anschließt. Das Suspend/Resume arbeitet nun ebenfalls einwandfrei, ohne dass ein Quirk notwendig ist. Das X100e geht problemlos schlafen und steht nach dem Aufwachen sofort wieder bereit.
Der für WLAN notwendige Treiber hat offenbar immer noch keinen Einzug in den Kernel erhalten, so dass es bei Fedora 14 weiterhin notwendig ist, den Treiberquelltext von Realtek herunterzuladen und selbst zu kompilieren. Hoffen wir, dass diese Schritte mit Fedora 15 der Vergangenheit angehören werden.
Eine Überraschung war, dass das Touchpad nun auch Multitouch unterstützt. Nach Installation des Pakets gpointing-device-settings konnten die entsprechenden Optionen ausgewählt werden, um zum Beispiel zum Scrollen mit zwei Fingern über das Touchpad zu wischen.
Vom fehlenden WLAN-Treiber abgesehen, zeigt sich Fedora 14 auf dem X100e von seiner besten Seite. Es macht richtig Spaß, mit dem Netbook zu arbeiten.
