Subcategories: Fedorado
Fedora: SSD kurz und schmerzlos
Es gibt schon viele Artikel, wie man SSD-Festplatten richtig in Linux einbindet. Aber entweder sind sie unvollständig oder recht lange. Also, hier eine tl;dr-Fassung – SSD mit Fedora, kurz und schmerzlos.
Trimming
Wenn die SSD trimming kann (was mittlerweile bei allen SSDs auf dem Markt der Fall sein sollte), sollte es natürlich auch verwendet werden. Dadurch ermöglicht man wear levelling, gibt also der SSD die Möglichkeit, den Verschleiß der Speicherzellen zu verteilen.
In der /etc/fstab wird bei jedem Mountpoint, der auf eine SSD-Partition verweist, die Parameter discard angehängt. Eine gute Idee ist es außerdem, noatime hinzuzufügen, um die Schreibzugriffe auf die Platte zu reduzieren. Das sieht dann zum Beispiel so aus:
UUID=939446e3-9bb9-40a6-bf03-2d87bb8f5837 / ext4 discard,noatime 1 1 UUID=4f75261d-2e40-4e39-bf63-2a9c517fc73d /home ext4 discard,noatime 1 2 UUID=05db751b-5c2b-47da-8577-89ee30d90e56 swap swap defaults 0 0
Das funktioniert mit reinen ext4-Partitionen, aber auch mit LVM- und RAID-Partitionen, jedoch nicht mit Partitionen, die mit LUKS verschlüsselt sind. Swap-Partitionen trimmen immer, ein discard-Parameter ist nicht erforderlich.
Nach einem Neustart sollte man einmalig alle SSD-Partitionen von Hand trimmen:
sudo fstrim -v / sudo fstrim -v /home
I/O-Scheduler
Was bei mechanischen Festplatten wirklich Zeit kostet, ist das Positionieren des Schreib-Lesekopfes, weshalb Linux versucht, die Daten möglichst zu sammeln und zu gruppieren. Bei SSDs spielt es dagegen keine Rolle, wie fragmentiert die Daten sind. Aus dem Grund kann man das Gruppieren wegfallen lassen und sich über die gewonnene Performance freuen.
Dazu wird eine Datei /etc/udev/rules.d/40-ssd.rules mit folgendem Inhalt angelegt:
ACTION=="add|change", KERNEL=="sd[a-z]", ATTR{queue/rotational}=="0", ATTR{queue/scheduler}="noop"
Beim nächsten Neustart verwenden SSD-Platten den noop-Scheduler, mechanische Festplatten weiterhin den für sie optimalen cfq.
Swappiness
SSDs können beliebig oft und schnell gelesen werden, verschleißen aber bei Schreibzugriffen. Swapping auf eine SSD-Partition ist zwar möglich, aber der Lebensdauer nicht sehr zuträglich. Folgende Zeilen in der /etc/sysctl.conf reduzieren das Auslagern auf die Swap-Partition auf ein Minimum.
vm.swappiness=1 vm.vfs_cache_pressure=50
Bei den heutigen Preisen selbst für üppige RAM-Ausstattung wäre es zumindest bei Desktop-Rechnern eine Überlegung wert, ob eine Swap-Partition überhaupt notwendig ist. Nachträglich kann eine Swap-Partition durch Auskommentieren der entsprechenden Zeile in der /etc/fstab deaktiviert werden.
Firefox-Cache
Firefox lagert seinen Cache in das Home-Verzeichnis aus, was eine zusätzliche Belastung für die SSD darstellt. Wer einen Rechner sein Eigen nennt, der mit üppig viel RAM gesegnet ist, kann auf das /tmp-Verzeichnis ausweichen, welches bei Fedora 18 im Arbeitsspeicher statt auf der Festplatte liegt. Das geht leider nur über einen Eingriff in die Eingeweide des Browsers über die URL about:config.
Nach einer Bestätigung, dass man sich benehmen wird, wird mit der rechten Maustaste über Neu - String ein neuer String-Eintrag angelegt. Der Eigenschaftsname lautet browser.cache.disk.parent_directory, der String-Wert /tmp.
Danach muss der Firefox noch neu gestartet werden.
Mausparameter verstellen, Gnome 3 Style
Ist es ein Bug, oder ist es ein Feature des für Gnome-Entwickler typischen Aufräumwahns? Ich weiß es nicht. Aber ich war erstaunt, als ich in Gnome 3.6 die Mausbeschleunigung verstellen wollte und mich dort ein fast leerer Dialog angähnte.
Die Mausparameter können über das mittlerweile zum wohl wichtigsten (und wenig komfortablen) Gnome-Konfigurationstool dconf-editor eingestellt werden. Falls noch nicht geschehen, wird es über
sudo yum install dconf-editor
installiert. Nach dem Start klicken wir uns durch den Pfad org - gnome - settings-daemon - peripherals - mouse durch. Dort kann die Mausbeschleunigung über die Paramerer motion-acceleration (Standardwert “-1.0”) und motion-treshold (Standardwert -1) eingestellt werden.
Um die Mausbeschleunigung ganz auszuschalten, wird motion-acceleration auf 0 gestellt.
Gnome 3 findet Nemo
Weiter geht es mit Gnome 3. Die Gnome-Entwickler schreckten nicht davor zurück, dem Dateimananger Nautilus eine ordentliche Feature-Diät zu verpassen. Das Ergebnis ist eigentlich nur noch ein besserer Datei-Dialog. Weggefallen sind Features wie die Baumansicht eines Verzeichnisses oder die Verfügbarkeit einer zusätzlichen Leiste (Taste F3). Für Anfänger verzichtbar sicherlich, und auch zu schwer zu bedienen für die fast schon zwanghafte Fixiertheit der Gnome-Entwickler auf Touchscreens. Für intensivere Anwender sind die Features jedoch unverzichtbar. Das Durchsuchen stark verschachtelter Verzeichnisbäume ist nun zum Beispiel nicht mehr möglich, ohne in einer Flut von Nautilus-Fenstern zu ersaufen.
Die Änderungen wurden von der Community stark kritisiert. Die Cinnamon-Entwickler veröffentlichten als Reaktion darauf den Nautilus-Fork Nemo, der die Features weiterhin enthält. Mit folgendem Dreizeiler lässt sich Nemo auch unter Gnome 3 als Standard-Dateimanager einsetzen:
sudo yum install nemo sudo mv /usr/bin/nautilus /usr/bin/nautilus.bak sudo ln -s /usr/bin/nemo /usr/bin/nautilus
Die Lösung ist zwar nicht sehr elegant, aber arbeitet zuverlässig. Einen weniger invasiven Eingriff beschreibt Oliver Foster in einem Bug-Eintrag, allerdings führte das bei mir während der Arbeit zu einem bunten Nebeneinander von Nautilus- und Nemo-Fenstern auf dem Bildschirm.
Wenigstens dieses Mal hatten die Gnome-Entwickler übrigens teilweise ein Einsehen und haben die Baumansicht für Gnome 3.8 wieder eingebaut. Es besteht also die Aussicht, dass der hier beschriebene Workaround in Fedora 19 nicht mehr notwendig sein wird.
Fedora 18: Google Earth installieren
Willkommen zurück zu neuen Fedora-Artikeln. Nach einem Ausflug zu Linux Mint bin ich wieder zu Fedora zurückgekehrt und beginne gleich mit einem Klassiker: der Installation von Google Earth auf Fedora 18. Der guten Tradition folgend hat sich Google auch diesmal eine Raffinesse ausgedacht, um uns die Installation nicht allzu leicht zu machen. Aber dazu gleich mehr...
Fangen wir erst einmal mit der obligatorischen Installation eines ganzen Magazins an 32 bit-Paketen an, die unbedingt benötigt werden:
sudo yum install redhat-lsb.i686 gtk2.i686 mesa-libGL.i686 libSM.i686
Besitzer einer Nvidia-Grafikkarte mit proprietärem Treiber benötigen außerdem noch die 32 bit-Version ebendieses Treibers:
sudo yum install xorg-x11-drv-nvidia-libs.i686
Als nächstes können wir das rpm-Paket von Google Earth herunterladen und installieren. Das Paket möchte das Verzeichnis /usr/bin anlegen, was rpm mit einer Fehlermeldung quittiert, da das Verzeichnis natürlich schon existiert. Also brauchen wir ein wenig Gewalt...
sudo rpm -ivh --force google-earth-stable_current_x86_64.rpm
Update: Der folgende Teil ist mit der aktuellen Version von Google Earth nicht mehr notwendig.
Und das war’s schon? Nein, jetzt kommt die eingangs erwähnte Raffinesse, denn an diesem Punkt stürzt Google Earth beim Starten sofort ab. Ohne den Artikel von ioncube wäre ich nie darauf gekommen, dass die Ursache an einer veralteten Library und einem Font liegt. Folgende Zeilen lösen das Problem auf recht pragmatische, aber wirksame Weise:
sudo rm /etc/fonts/conf.d/65-fonts-persian.conf cd /opt/google/earth/free/ sudo mv libGLU.so.1 libGLU.so.1.bak sudo ln -s /usr/lib/libGLU.so.1
Dann endlich startet Google Earth auch auf Fedora 18. War ja gar nicht so schwer, oder? 
Zimtmuffin: Cinnamon auf F16 installieren
Cinnamon? Was ist denn das jetzt wieder?
Das Gnome-Team hat mit Gnome 3 primär Tablet-PCs im Blick, mit dem Ziel, die Oberfläche so weit wie möglich zu vereinfachen und für eine Bedienung mit den Fingern zu optimieren. Allerdings sorgen sie damit für Unmut bei vielen Anwendern, die Gnome auf dem Desktop-Rechner einsetzen und für die die Tablet-Optimierungen eher hinderlich sind, zum Beispiel für lange Mauswege sorgen.
Die Community von Linux Mint hat sich der Anwender, die sich von Gnome 3 nicht mehr angesprochen fühlen, angenommen. Mit Cinnamon und Muffin haben sie einen Gnome 3-Fork gestartet, der wieder die Usability auf den Desktop zurückbringen soll - “Love your Linux, Feel at Home, Get things Done!”, so ihr Credo.
Es gibt deshalb Gemeinsamkeiten, aber auch schon einige deutliche Unterschiede zwischen den beiden Systemen.
Nautilus: Wegwerfen wie früher
Unter Gnome 2 war es in Nautilus recht einfach, eine Datei in den Müll zu verschieben: ein Druck auf die “Entf”-Taste reichte aus. Das Verhalten hat sich in Gnome 3 leicht verändert. Um ein versehentliches Löschen zu vermeiden, muss nun zusätzlich die Strg-Taste gedrückt werden.
Wer sich an das alte Verhalten gewöhnt hat, kann es mit ein paar Handgriffen wiederherstellen. Im dconf-editor (es muss eventuell vorher installiert werden) öffnet man dazu erst einmal den Pfad org - gnome - desktop - interface und aktiviert dort die Option can-change-accels.

Als nächstes wählt man im Nautilus eine Datei aus (eine nicht ganz so wichtige, falls etwas schief geht). Mit der Maus öffnet man dann das Bearbeiten-Menü und fährt auf den Menüpunkt In den Müll verschieben. Der Mauszeiger bleibt einfach auf dem Menüpunkt stehen, er wird nicht angeklickt. Nun drückt man die Entf-Taste, um die alte Zuordnung aufzulösen, und ein weiteres Mal die Entf-Taste, um sie als neues Shortcut zu setzen:

Und das war es schon. Von nun an kann wieder mit der Entf-Taste die ausgewählte Datei in den Müll verschoben werden. Sicherheitshalber sollte im dconf-editor die Option can-change-accels wieder abgeschaltet werden, um ein versehentliches Umkonfigurieren zu vermeiden.
Pimp my Gnome, Teil 6: MGSE auf Fedora 16 installieren
Update: Die MGSE-Plugins wurden mittlerweile eingestellt, da Gnome 3 nicht genügend Erweiterungsmöglichkeiten bietet. Stattdessen hat das Linux Mint-Team den Gnome 3-Fork Cinnamon ins Leben gerufen.
Das aktuelle Fedora 16 bringt uns Gnome 3.2, aber damit auch Kummer, denn die Extensions-API wurde geändert, wodurch viele der Extensions aus dem ersten Teil nicht mehr funktionieren.
Vor ein paar Tagen stolperte ich dann über eine nette Überraschung. Die Entwickler der Distribution Linux Mint bieten in ihrer kommenden Release einen ganzen Satz selbstgebauter Extensions für Gnome 3.2 an, die Mint Gnome Shell Extensions. Und die können sich sehen lassen! Neben den bekannten Erweiterungen zum Entfernen des Barrierefreiheits-Menüs und Hinzufügen eines Menüpunkts zum Hinunterfahren des Rechners bieten weitere Extensions am unteren Bildschirmrand ein Panel mit einem schönen Startmenü, einer Fensterleiste und einem Workspace-Wechsler.
Die MGSE gibt es zwar nicht als fertiges Paket für Fedora, man kann sie aber mit wenigen Handgriffen selbst installieren. Dazu wird zunächst einmal git installiert: sudo yum install git
Folgende Kommandos laden dann den Quelltext für MGSE herunter und installieren ihn im System:
git clone https://github.com/linuxmint/MGSE.git cd MGSE ./test
Nach einem Neustart der Gnome Shell mit Alt-F2 und r können dann die einzelnen Erweiterungen von MGSE im gnome-tweak-tool unter “Shell-Erweiterungen” aktiviert werden. Je nach Geschmack kann außerdem noch über das Tweak Tool der Dateimanager auf dem Desktop aktiviert werden, wie es in Linux Mint 12 voreingestellt ist.
Zwei Stunden mit Fedora 16
Fedora 16 ist draußen, und von vielen schönen Erwartungen getrieben, führte ich sogleich ein Upgrade per USB-Stick auf meinem ThinkPad X100e aus. Das Upgrade dauerte gut eine Stunde. Dann der erste Reboot, und...
...nichts! Auf der Festplatte ist immer noch der alte Bootloader installiert, welcher natürlich den Fedora 15-Kernel nicht mehr finden kann. Dass das schief gehen würde, ahnte ich bereits beim Upgrade, denn es wurde nur angeboten, den Bootloader in den MBR des USB-Sticks oder irgendwo auf sda1 zu installieren. Keine Option bot den MBR der Festplatte an.
Naja, Rescue-Modus gestartet, Grub neu installiert, reboot, System startet endlich, braucht allerdings noch eine kleine Ewigkeit, um die neuen SELinux-Regeln im Dateisystem anzuwenden.
Plymouth und der Login-Screen sehen nun um einiges schöner aus, finde ich. Bei Gnome 3.2 fehlen allerdings sämtliche Extensions, welche ich so mühevoll installiert hatte.
Über das gnome-tweak-tool lassen sich ein Teil der Extensions aktivieren. Bei einem Neustart stürzt Gnome allerdings ab, schwafelt nur eine nichtssagende Fehlermeldung und bietet an, die installierten Extensions einzeln abzuschalten. Wenn ich alle ausschalte und Gnome neu starte, geht die Shell wenigstens wieder.
Die nächsten 30 Minuten verbringe ich damit, die Extensions wieder ans Laufen zu kriegen. Um es vorwegzunehmen: ohne Erfolg. Ein paar Extensions funktionieren, die meisten zeigen jedoch gar keine Funktion, und bei einer gewissen Kombination dieser stürzt dann Gnome wieder ab. Es war mir nicht möglich, herauszufinden, welche Extensions letztendlich für den Absturz verantwortlich sind.
Nach etwas Recherche finde ich bei fedoraforum.org einen Hinweis, wie man die Extensions wieder ans Laufen kriegt. Aber auch der hilft nicht. Die installierten Pakete waren bereits die Richtigen, die Versionen in den .json-Dateien passend.
Irgendwann verliere ich dann die Geduld, und stelle mir die Frage, ob die Gnome-Entwickler die Extensions mit Absicht sabotiert haben, weil sie ihr schönes, pures, unbenutzbares Grunddesign verschandeln? Wie auch immer... Ich lege Fedora 16 erst mal auf Eis, in der Hoffnung, dass irgendwann funktionsfähige Extension-Pakete angeboten werden.
Langsam finde ich es bedauerlich, dass Unity nicht auch für Fedora verfügbar ist...
Fedora 15: cyberJack-Kartenleser in Betrieb nehmen
Vor gut drei Jahren schrieb ich im Fedorablog einen Artikel über sicheres Online-Banking mit HBCI. Mittlerweile ist viel Wasser den Rhein heruntergeflossen, Reiner SCT stellte seinen ctapi-Treiber ein und liefert nun auch keine Fedora-RPMs mehr aus. Höchste Zeit für ein Update!
cyberJack und PC/SC
Zum Betrieb des cyberJack-Kartenlesers waren bisher die Treiber von Reiner SCT notwendig. Im Fedora-Repository gab es zwar ebenfalls passende Treiber, aber sie wurden eher halbherzig gepflegt und funktionierten eigentlich nie so richtig. Mittlerweile hat auch Reiner SCT seinen Fedora-Support eingestellt. Die einzige Möglichkeit, die man nun noch hat, ist, die Sourcen herunterzuladen und selbst zu kompilieren.
Für den, der sich die Mühe scheut, habe ich für Fedora 15 ein entsprechendes Paket zusammengestellt (RPM x86_64, SRPM). Installiert wird es mit
sudo yum localinstall http://static.shredzone.net/pcsc-cyberjack-3.99.5final.SP02-1.fc15.x86_64.rpm
Allerdings ist das Paketieren nicht meine Stärke, und das RPM sicherlich alles andere als perfekt.
Um sich den Quelltext des Treibers selbst zu kompilieren, packt man das Source-Paket als Root aus, wechselt in das ausgepackte Verzeichnis und führt folgende Befehle aus:
yum install pcsc-lite-devel ./configure --libdir=/usr/lib64 make make install
Auf einem 32-bit-System wird die --libdir-Option weggelassen.
In einem nächsten Schritt muss (zum Beispiel über system-config-users) eine Gruppe cyberjack angelegt und müssen alle Benutzer, die den Kartenleser verwenden dürfen, dieser Gruppe zugeordnet werden. Nach einem erneuten Login ist der Kartenleser dann einsatzbereit, wie der Aufruf des Kommandos cyberjack zeigen sollte. Wenn nicht, findet man in cyberjack-report.log wertvolle Hinweise zum Problem und dessen Lösung. Manchmal hilft es, den Kartenleser direkt am Computer anzuschließen und nicht an einem USB-Hub.
Hibiscus
Stellen wir uns dem nächsten Problem. Der CT-API-Standard, der früher verwendet wurde, war ein deutscher Alleingang, der sich nicht durchsetzen konnte. Mittlerweile wird ausschließlich der PC/SC-Standard verwendet, mit dem Hibiscus (und andere reine CT-API Bankingsoftware) allerdings nicht zurechtkommt.
Die gute Nachricht: Es gibt einen CT-API Wrapper, der quasi eine Brücke zwischen den beiden Standards schlägt. Die schlechte Nachricht: Es gibt keine fertigen Fedora-Pakete für diesen Wrapper. Ich biete auch hierfür ein selbstgebautes Paket (RPM x86_64, SRPM) an:
sudo yum localinstall http://static.shredzone.net/pcsc-ctapi-wrapper-0.3-1.fc15.x86_64.rpm
Alternativ kann der Quelltext einfach ausgepackt und als Root mit make && make install installiert werden.
In Hibiscus wird der Kartenleser wie üblich eingerichtet. Als CTAPI-Treiber wird dann der Wrapper angegeben. Bei meinem Paket lautet der Pfad /usr/lib64/libpcsc-ctapi-wrapper.so.0.3. Wenn man ihn selbst gebaut hat, liegt er meist unter /usr/local/lib/libpcsc-ctapi-wrapper.so.0.3.
Weiterhin sollte Tastatur des PCs verwenden deaktiviert werden, da moderne Secoder-Kartenleser dies aus Sicherheitsgründen nicht mehr gestatten. Die PIN muss stets am Gerät eingegeben werden.
Damit kann nun auch Hibiscus auf den Kartenleser zugreifen. Dem Online-Banking steht nichts mehr im Wege!
Geldkarte
Die Sparkassenorganisation bietet ein Browser-Plugin als RPM-Paket zum Download an. Die 64 bit-Version legt das Plugin leider im falschen Ordner ab. Als Anwender kann man das Firefox-Plugin wie folgt aktivieren:
cd .mozilla/plugins ln -s /usr/lib/mozilla/plugins/libSIZCHIP-Plugin-Mozilla-2004.so
Nach einem Neustart des Browsers sollte das Plugin dann unter der URL about:plugins erscheinen. Auf geldkarte.de kann nun zum Beispiel eine eingesteckte Geldkarte analysiert werden.
Ausweisapp
Die cyberJack RFID-Modelle bieten neben der HBCI- und Geldkartenfunktionalität auch die Möglichkeit, den neuen elektronischen Personalausweis zu lesen. Dazu stellt der Bund die Ausweis-App auch für Linux zur Verfügung.
Leider aber nicht für Fedora. Als einziges RPM-basiertes System wird openSUSE unterstützt. Ein Versuch, das RPM unter Fedora zu installieren, scheitert an Abhängigkeiten zu Paketen, die unter Fedora anders genannt werden, und letztendlich an einem inkompatiblen Installationsscript. Ich habe bisher keine Möglichkeit gefunden, die Ausweis-App trotzdem ans Laufen zu kriegen.
Kleines Fazit
Bei den Arbeiten zu diesem Artikel ertappte ich mich mehr als einmal, neidische Blicke zu Ubuntu geworfen zu haben. Es gibt fertige cyberJack-Treiber und offiziellen Support, wogegen bei Fedora die cyberJack-Unterstützung schon immer halbherzig war und nun wohl ganz eingestellt wurde. Auch die Ausweis-App genießt die Unterstützung seines Herausgebers. Selten wurde es mir so bewusst, dass Fedora zumindest als Desktop-Linux in Deutschland offenbar praktisch keine Rolle mehr spielt.
Eine gute Nachricht für alle Steuerzahler dürfte dagegen sein, dass es den Reiner SCT cyberJack RFID standard und komfort derzeit vergünstigt gibt – das Standard-Modell schon für unter 30 Euro. Der Staat fördert diese Modelle mit 25 Euro, also eine gute Gelegenheit, sich etwas von seinen Steuern zurückzuholen. 
Fedora 15: Audio über das Netzwerk
Was hatte ich mich geärgert, als Fedora auf PulseAudio umstieg und dann monatelang eigentlich nichts mehr so richtig lief. Zum Glück sind die Probleme ausgestanden, und jetzt ist es an der Zeit, auch einmal einen Vorteil von PulseAudio zu genießen: dessen Netzwerkfähigkeit. Ich habe Fedora auf einem kleinen HTPC installiert, der an der Stereoanlage angeschlossen ist. Diesen möchte ich verwenden, um vom PC aus Musik auch mal auf den großen Lautsprechern zu hören statt auf den PC-Brüllwürfeln.
Mit PulseAudio geht das verblüffend einfach, wie dieser Artikel zeigt.

