Artikel zur Linux-Distribution Fedora. Enthält Teile des früheren fedorablog.
Qualitäts-Sicherung
CDs und DVDs sind bei der Datensicherung sehr beliebt, weil sie preiswert und unkompliziert sind. Allerdings hängt es wesentlich von den verwendeten Rohlingen und dem Brenner ab, ob das Archiv auch in ein paar Jahren noch lesbar ist. Wer hier auf das falsche Material setzt, stellt dann fest, dass das einst wertvolle Archiv nun nur noch als Bierdeckel taugt.
Hier setzt QPxTool an, um solchen bösen Überraschungen vorzubeugen. Das Werkzeug erlaubt es, die Qualität des Laufwerks und der Rohlinge auszumessen und in Diagrammen darzustellen. Minderwertige Rohlinge, falsche Schreibgeschwindigkeiten und ungeeignete Kombinationen fallen damit sehr schnell auf.
Installiert wird QPxTool mit yum install qpxtool. Es kann anschließend unter Anwendungen > Systemwerkzeuge > QPxTool gestartet werden. Für den uneingeschränkten Zugriff auf das Laufwerk benötigt es allerdings Root-Rechte und erfragt deshalb vor dem Start das Root-Passwort.
Einen Haken gibt es an der Sache: Gerade die interessanten Qualitätstests werden nur von einer Hand voll Laufwerksmodellen unterstützt. Die meisten Laufwerke unterstützen dagegen nur Geschwindigkeitsmessungen. Auf der Projektwebsite gibt es eine Liste der unterstützten Laufwerke. Die beste Unterstützung findet man bei Geräten von Plextor, was ein wenig verwunderlich ist, da Plextor in der Vergangenheit durch eine harte Gangart gegen solche Tools negativ aufgefallen ist.
Opus Gentoo
Wer einen Amiga hatte, kennt vielleicht noch das Werkzeug schlechthin, wenn es um die Verwaltung von Dateien ging: Directory Opus. Es war simpel und doch sehr effektiv. Auf dem Bildschirm sah man links und rechts jeweils ein Verzeichnis, darunter gab es eine Leiste mit Knöpfen, mit denen man die ausgewählten Dateien kopieren, verschieben, öffnen, umbenennen, archivieren und noch vieles mehr konnte.
Ein Programm namens Gentoo (was nichts mit der gleichnamigen Linux-Distribution zu tun hat) versucht, auf Linux diesem Klassiker möglichst nahe zu kommen. Installiert wird es mit yum install gentoo. Zu finden ist es anschließend unter Anwendungen → Zubehör → Gentoo File Manager.
Leider benutzt Gentoo noch das alte GTK, die Benutzeroberfläche sieht dementsprechend altbacken aus.
Mit dem Handy ins Internet
Auch wenn es hier und da noch nicht ganz einfach ist, wird die WLAN-Unterstützung von Linux immer besser. Eine andere Möglichkeit, mobil ins Internet zu kommen, ist über das Handy. Und dank UMTS sogar mit einer recht akzeptablen Geschwindigkeit.
Dieser Artikel zeigt, wie man Fedora 7 einrichtet, um per Bluetooth über das Handy zu surfen. In meinem Fall habe ich es mit einem Sony Ericsson K610i-Mobiltelefon und einem Bluetooth-USB-Stick von Sony Ericsson geschafft. Es sollte aber auch mit jedem anderen BlueZ-kompatiblen Adapter und jedem modernen, datenfähigen Handy funktionieren.
Am Ende des Tutorials wird das Aktivieren der Bluetooth-Schnittstelle am Handy und das Klicken auf den Knopf in einem Gnome-Panel reichen, um ins Internet zu gehen. Bis dahin werden allerdings ein paar Konfigurationsschritte notwendig sein.
Vorab noch Worte der Warnung: Durch die Nutzung mobiler Datendienste können Kosten entstehen, möglicherweise sogar sehr hohe Kosten. Du solltest dich vorab bei deinem Netzbetreiber über deinen Tarif, die entstehenden Kosten und die Konfigurationsdaten für eine richtige Einwahl informieren.
Ausmisten, leicht gemacht
Proportional zu der Größe der Festplatte nimmt meist auch der Müll zu, der darauf abgelegt wurde. Irgendwann verliert man dann den Überblick darüber, welche Dateien man bereits hat.
FSlint hilft dabei, die Unordnung zu lichten. Neben einigen anderen Möglichkeiten bietet es an, einen Verzeichnisbaum nach Dateiduplikaten zu durchsuchen. Installiert wird es mit yum install fslint. Danach kann es unter Anwendungen → Systemwerkzeuge → FSlint gestartet werden. Leider ist die deutsche Übersetzung des Programmes nicht immer gelungen.
Im ersten Schritt wählt man oben den Suchpfad aus, also das zu durchsuchende Basisverzeichnis. Es können auch mehrere Verzeichnisse angegeben oder in den weiteren Suchparametern gezielt ausgeschlossen werden. Anschließend wählt man links den Modus Duplikate und klickt dann unten auf Finde. FSlint durchsucht nun den Pfad nach Dateien, die einen identischen Inhalt haben, und listet diese der Größe nach absteigend sortiert auf.
Überflüssige Dateien können jetzt in der Liste markiert werden. Über den Knopf ausgewählt stehen außerdem verschiedene Auswahlhilfen zur Verfügung. Die ausgewählten Dateinamen können anschließend über Speichern in eine Datei geschrieben werden. Mit Löschen werden die ausgewählten Dateien stattdessen gleich gelöscht.
Zusammenfügen schließlich lässt die Duplikate über so genannte hard links auf die ausgewählte Datei verweisen. Sie scheinen dadurch weiterhin mehrmals zu existieren, werden aber nur einmal auf der Festplatte abgelegt. Ein möglicherweise ungewünschter Nebeneffekt ist, dass sich, sobald eine der Dateien verändert wird, die anderen ebenfalls verändern. Sie sind keine eigenständigen Kopien mehr.
Im Verzeichnis /usr/share/fslint/fslint/ stehen die einzelnen FSlint-Module auch für die Kommandozeile zur Verfügung. Ein ähnliches Tool ist fdupes. Es lässt sich über yum install fdupes installieren und kann dann zum Beispiel in Scripten verwendet werden. Eine weitere Hilfe beim Aufräumen ist Baobab.
Mit Linux nach den Sternen greifen
Google Earth gibt es jetzt in Version 4.2. Neu an der Software ist eine digitale Sternenkarte, die sich hinter dem Knopf mit dem Saturn ganz rechts in der Werkzeugleiste versteckt. Wie bei Google Earth üblich, kann man dann den Sternenhimmel betrachten, verschieben und näher heranzoomen. Manche Flicken lassen sich dank Hubble besonders detailliert darstellen. Allerdings stellt Google Earth zeitlich nur einen Schnappschuss dar.
Installiert wird Google Earth, indem man sich die Datei von Googles Server herunterlädt und als Root ausführt. Alles weitere erledigt der grafische Installer. Der digitale Globus kann danach über Anwendungen → Internet → Google Earth gestartet werden.
Optisch bei Weitem nicht so detailliert, dafür aber wesentlich präziser ist Stellarium. Nachdem man in den Einstellungen die Koordinaten des eigenen Standorts eingetragen hat, sieht man dort den Sternenhimmel und die Planeten, wie man sie auch vom eigenen Balkon aus sehen würde – besseres Wetter vorausgesetzt. ;) Durch Optionen kann man sich die Sternzeichen einblenden lassen, Sterne heranzoomen oder den Zeitablauf beschleunigen und verlangsamen.
Stellarium ist bereits im Fedora-Repository vorhanden und wird mit yum install stellarium installiert. Man findet es danach unter Anwendungen → Grafik → Stellarium nightsky renderer. Der Name täuscht ein wenig, denn Stellarium liefert auch zauberhafte Sonnenaufgänge und Tagesansichten.
Was das virtuelle Reisen durch das Weltall angeht, müssen sich aber beide Programme dem Meister geschlagen geben: Celestia. Mit der Software kann man sich nicht nur die Planeten betrachten und die ISS oder Satelliten beobachten, sondern auch in Windeseile zu noch so weit entfernte Sterne und Galaxien reisen.
Auch Celestia kann sofort aus dem Fedora-Repository mit yum install celestia installiert werden. Es wird über Anwendungen → Grafik → Celestia space simulator gestartet.
Virgin America setzt auf Red Hat und Fedora
Nachdem die junge amerikanische Airline Virgin America bereits gute Erfahrungen mit Fedora gemacht hat, wird sie nun die Zusammenarbeit mit Red Hat vertiefen. Die gesamte IT-Infrastruktur basierte von je her auf Linux, angefangen mit Fedora Core 2.
Der Webbereich soll nun bis Ende 2007 auf Red Hat Enterprise Linux 5 umgestellt werden. Neben dem bewährten Apache und Squid soll verstärkt die Enterprise-Plattform JBoss eingesetzt werden.
Quelle: pressebox.de
Special: HDR-Fotografie
Bei Digitalfotografen derzeit sehr beliebt sind die so genannten High Dynamic Range-Fotografien. Durch einen Trick wird hierbei der Kontrastumfang einer Aufnahme stark erhöht. Details bleiben an hellen wie an dunklen Stellen sichtbar, wo sie bei einem normalen Foto sonst in sattes Weiß oder Schwarz übergehen.
Spiegel Online widmete dem Thema bereits mehrere Artikel - beeindruckende Fotostrecken mit Leserfotos inklusive. Eine weitere Galerie gibt es bei Chip Online. Wer Spaß an dem Hobby findet, kann sich auch verschiedenen Communities anschließen und sich mit anderen HDR-Fotografen austauschen.
Der Spaß ist nicht nur Windows-Anwendern vorbehalten. Wie man mit Linux zu seinen HDR-Fotos kommt, beschreibt dieses Special.
Mosambik steigt auf Fedora um
Dank des persönlichen Einsatzes von Nayyar Ahmad stellt das Finanzministerium von Mosambik landesweit ihre Workstations von Windows auf Fedora 7 um. Offenbar handelt es sich dabei um 3000 Maschinen.
Nayyar Ahmad ist zuversichtlich, nun auch andere Ministerien und private Firmen von Fedora überzeugen zu können.
Repowatch gestartet
Heute ist Repowatch offiziell gestartet. Es handelt sich dabei um eine Eigenentwicklung.
Repowatch durchsucht täglich die Fedora-Repositorys und bietet neben einer Liste aller verfügbaren Pakete auch eine Übersicht darüber, welche Pakete neu hinzugekommen oder gelöscht worden sind. Die Website steht je nach eingestellter Browsersprache auf Deutsch und Englisch zur Verfügung. Da der Dienst noch relativ jung ist, werden Änderungen an den Repositories erst ab etwa dem 15. Juli 2007 protokolliert.
Momentan befindet sich Repowatch noch in der Beta-Phase. Der Dienst wird also noch erweitert. Die Zusammenstellung der Repositories wird sich noch ändern, und auch vorübergehende Störungen und Fehler sind nicht auszuschließen. Eure Fehlerberichte und Verbesserungsvorschläge sind willkommen.
Cinepaint für Fedora
The GIMP ist ohne Frage das bekannteste Grafikprogramm für Linux. Allerdings hat die Software noch einige Schwächen, wie zum Beispiel einem Maximum von 8 Bits pro Farbkanal. Im Bereich der professionellen Foto- und Filmnachbearbeitung stößt man damit sehr schnell an die Grenzen.
Cinepaint ist ein Ableger einer etwas älteren GIMP-Version, der aber mit bis zu 32 Bit pro Farbkanal arbeitet und speziell zur Nachbearbeitung von Filmmaterial gedacht ist. So sollen zum Beispiel im Film Last Samurai fliegende Pfeile mit Cinepaint hinzugefügt worden sein.
Seit Kurzem steht die Software im Developer-Repository von Fedora zum Test zur Verfügung. Die Installation erfolgt mit:
yum --enablerepo=development install cinepaint
Die Software kann dann unter Anwendungen → Grafik → Cinepaint gestartet werden.
Nach der Testphase wird das Paket in das Everything-Repository wechseln und damit der Fedora-Allgemeinheit zur Verfügung stehen.



